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Zipp Super 9 Tubeless Disc im Test – Aero-Referenz mit überraschend hohem Fahrkomfort

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Wer das Maximum aus seinem Triathlon- oder Zeitfahrrad herausholen möchte, kommt an einem Scheibenrad kaum vorbei. Während sich die Aerodynamik modernen Hochprofilfelgen in den vergangenen Jahren stetig verbessert hat, gilt die Hinterradscheibe auf schnellen Strecken weiterhin als Referenz. Mit der aktuellen Super 9 Tubeless Disc hat Zipp sein Topmodell konsequent auf moderne Tubeless-Systeme, Hookless-Felgen und 28-mm-Reifen ausgelegt. Wir haben die Scheibe rund 1.000 Kilometer auf dem Cube Aerium C:68:X SLT unter unterschiedlichsten Bedingungen getestet.
Zipp Super 9 Disc Test
Zipp Super 9 Tubeless Disc im tri2b.com-Praxistest – Bildrechte: tri2b.com

Das sagt Zipp zur Super-9 Disc

Die Zipp Super 9 Tubeless Disc ist ein speziell für Triathlon und Zeitfahren entwickeltes Carbon-Scheibenrad mit Hookless-Felge und 23 mm Innenweite. Das Laufrad ist für moderne 28-mm-Tubeless-Reifen optimiert und folgt Zipps „Total System Efficiency“-Konzept  (TSE), das Aerodynamik, Rollwiderstand, Komfort und Vibrationsverluste gleichermaßen berücksichtigt. Zur Ausstattung gehören Keramiklager, ein integrierter TyreWiz-2.0-Reifendrucksensor, ein überarbeiteter Pumpenzugang sowie eine lebenslange Garantie. Das Gewicht liegt bei rund 1.050 Gramm. Für die sichere Aufbewahrung gehört zudem eine Laufradtasche zum Lieferumfang.

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Zipp Super-9 Tubeless Disc: Der UVP liegt bei 2.750.- EUR – Bildrechte: Zipp

Unser Test

Das Setup

Wir haben die Zipp Super-9 Disc für den Test mit einem Continental Grand Prix 5000 S TR in 28 mm bestückt. Dabei haben wir uns für Tubeless entschieden, wozu Dichtmilch von MucOff zum Einsatz kam.

Die Reifenmontage auf der Hookless-Felge verlief erfreulich unkompliziert. Der GP5000 S TR ließ sich ohne Reifenheber montieren und mit einer normalen Standpumpe aufpumpen. Dazu waren allerdings ein paar Anpumpversuche notwendig, bis der Reifen sauber in den Felgensitz sprang. Auch die Luftdichtigkeit überzeugte anschließend: Der Druckverlust bewegte sich auf dem Niveau eines klassischen Butylschlauchs.

Wie bei nahezu jeder Scheibe erfolgt das Aufpumpen über einen Ventiladapter. Der mitgelieferte Silca-Adapter funktionierte im Test mit einer herkömmlichen SKS-Standpumpe problemlos.

Zipp Super 9 Disc Test
Der gemessene Luftdruck des TyreWiz wird direkt in der SRAM-App angezeigt – Bildrechte: tri2b.com

Besonders praktisch erwies sich der integrierte TyreWiz-2.0-Sensor. Der Reifendruck wird in Echtzeit an die SRAM-App übertragen und erlaubt eine deutlich präzisere Kontrolle als die oft ungenauen Manometer vieler Standpumpen.

Zipp Super 9 Disc Test
Unter Testsetup: Cube Aerium C:68:X SLT – Bildrechte: tri2b.com

Zum Einsatz kam die Zipp Scheibe auf einem Cube Aerium C:68:X SLT. Passend zur Scheibe war als Vorderrad ein Zipp 858 montiert.


Hookless – was gilt?

Hookless-Felgen setzen die Verwendung freigegebener Reifen voraus. Entscheidend sind dabei die Kompatibilitätslisten der Hersteller sowie die Einhaltung des maximal zulässigen Luftdrucks. Im Test kam ein Continental GP 5000 S TR in 28 mm zum Einsatz, der von Zipp ausdrücklich für ihre Hookless-Felgen freigegeben ist. Bei korrekter Kombination aus Reifen, Felge und Luftdruck gab es während des gesamten Testzeitraums keinerlei Auffälligkeiten.

>> Zur Zipp-Liste der Hockless kompatiblen Reifen …


Die Testeindrücke

Die Super 9 Tubeless Disc fuhren wir im Rahmen unseres parallel stattfindenden Tests der neuen SRAM Force Aero TT Bremsen über rund 1.000 Kilometer. Darunter befand sich auch ein Duathlon-Wettkampf. Zusätzlich fuhren wir zum Vergleich mehrere Einheiten mit einem Zipp 858 NSW als Hinterrad.

Ein Scheibenrad ist normalweise eine Sache für den Wettkampf, oder das wettkampfnahe Training, wenn das bestmögliche Race-Setup ausgetestet wird. Wir sind die Scheibe für den Test auch bei „normalen“ Trainingsausfahrten gefahren, um auf die entsprechenden Testkilometer zu kommen. Dabei fiel die sehr stabile Verarbeitung der Zipp Super 9 Tubeless Disc auf.  Das Carbon-Laminat wirkt äußerst robust. Ein unbeabsichtigter Kontakt mit dem Kassettenwerkzeug hinterließ im Test keinerlei sichtbare Spuren – ein gutes Indiz für die hohe Oberflächenqualität. Natürlich ersetzt dies keinen sorgsamen Umgang, vermittelt aber Vertrauen in die Alltagstauglichkeit.

Zipp Super 9 Disc Test
Testride mit der Zipp Super 9 Tubeless Disc – Bildrechte: tri2b.com

Eine weitere typische Scheibenrad-Erkenntnis: Das charakteristische Wummern motiviert automatisch dazu, das Tempo hochzuhalten. Die Super 9 fällt dabei akustisch eher dezent aus. Deutlich präsenter ist dagegen der markante Freilaufsound der ZR1-Nabe.

Im direkten Vergleich zu einem modernen 80-mm-Hinterrad sind keine spektakulären Unterschiede zu erwarten. Diverse Windkanal- und Praxistests sprechen je nach Geschwindigkeit und Anströmwinkel von einem Vorteil im Bereich weniger Watt. Dieser lässt sich auf der Straße kaum isoliert nachweisen, zumal Fahrerposition, Reifenwahl und Windverhältnisse einen deutlich größeren Einfluss besitzen.

Dennoch bleibt festzuhalten: Auf flachen, bis leicht welligen Strecken stellt eine Hinterradscheibe nach wie vor das aerodynamisch schnellste verfügbare Setup dar. Das deutliche Mehrgewicht, bei Zipp sind 216 g Unterschied zwischen Super 9 (1.074 g) und 858 (811 g) spielt erst bei richtig steilen Rampen eine Rolle.

Der oftmals zitierte Nachteil der Seitenwindanfälligkeit bestätigte sich im Test hingegen nicht. Die Wahl des Hinterrads hat hinsichtlich der Seitenwindanfälligkeit einen zu vernachlässigenden Einfluss. Entscheidend für das Fahrverhalten ist das Vorderrad, das den Seitenwind direkt auf die Lenkung überträgt und so für Unruhe sorgt. Deshalb kann bei starkem Wind die Kombination aus einer flacheren Vorderradfelge und einer Scheibe als Hinterrad ein sinnvolles Setup sein.

Zipp Super 9 Disc Test
Zipp gibt für die Super 9 Disc 23 mm Maulweite an. Bei der getesteten Ausführung waren es knapp 23 mm – Bildrechte: tri2b.com

Ein riesengroßer Pluspunkt der Zipp Super 9 Tubeless Disc ist der Fahrkomfort. 5 Bar Luftdruck stellen für die Hookless-Konstruktion mit 23 mm Maulweite die Obergrenze dar. Wir sind im Test mit Drücken zwischen 4 – 4,7 Bar unterwegs gewesen. Dadurch wird selbst ein Scheibenrad, dem bauartbedingt die dämpfende Eigenschaft eines Speichenrads fehlt, fast schon komfortabel. Rauer Asphalt, Kopfsteinpflasterabschnitte und Schlaglöcher verlieren so ihren Schrecken. Was Zipp auf seinem „Rolling-Road“-Teststand in Indianapolis austestet, funktioniert definitiv in der Praxis. Das Setup absorbiert Bodenunebenheiten erstaunlich effektiv und das „Hüpfen“, wie es früher mit auf 12 Bar aufgepumpten Conti Competition 22 mm-Schlauchreifen üblich war, gehört definitiv der Vergangenheit an. Zudem vermitteln die durch den niedrigeren Luftdruck etwas nachgebenden 28 mm-Reifen durch die größere Auflagefläche auch ordentlich Grip in der Kurvenlage.

Kommen wir noch zu einem typischen Scheibenrad-Problem: Wie einfach lässt sich ein Reifendefekt im Vergleich zu einem Speichenlaufrad beheben? Bei der Tubeless-Variante ist zuallererst zu prüfen, dass das CO2-Kartuschen-Kit vom Adapter in die Ventilöffnung passt. Ist das gesichert, dann kann der fehlende Luftdruck superschnell nachbetankt werden. Die technisch gut gelöste Abdeckplatte lässt sich auch unter Wettkampfstress leicht abnehmen und anschließend wieder aufschieben. Komplizierter wird es, wenn ein neuer Schlauch eingezogen werden muss. Die Scheibe an sich lässt sich schwerer greifen, insbesondere mit verschwitzen Händen, wo durch das Heraushebeln des Reifenwulst aus dem Felgenbett im Vergleich zu einem normalen Laufrad komplizierter ist. Wichtig für so einen Fall: Auch die Ventilverlängerung muss passend sein, sonst droht ein Mechanical-DNF.

Fazit

Die Zipp Super 9 Tubeless Disc erfüllt genau das, was man von einem modernen High-End-Scheibenrad erwartet. Sie verbindet hervorragende Aerodynamik mit einer überraschend hohen Alltagstauglichkeit. Besonders überzeugend sind die unkomplizierte Tubeless-Montage, die exzellente Verarbeitung sowie der integrierte TyreWiz-Sensor, der den optimalen Reifendruck deutlich einfacher kontrollierbar macht.

Zipp Super 9 Disc Test
Ein Scheibenrad hat keine Speichen, deshalb brauchts auch kein Tubeless-Felgenband um die Speichenlöcher abzudecken – Bildrechte: tri2b.com

Im Fahrbetrieb überrascht vor allem der hohe Komfort. Die Kombination aus Hookless-Felge, 23 mm Innenweite und niedrigen Luftdrücken der 28 mm-Reifen sorgt für deutlich mehr Laufruhe, Grip und Kontrolle als frühere Generationen von Scheibenrädern. Gerade auf langen Triathlon-Distanzen kann dieser Komfortgewinn helfen, länger entspannt in der Aeroposition zu bleiben und frischer in der T2 anzukommen.

Wer bereits ein hochwertiges 80-mm-Hinterrad besitzt, sollte keine Wunder erwarten – der aerodynamische Vorteil bewegt sich im Bereich weniger Watt. Wer jedoch das Maximum aus seinem Wettkampf-Setup herausholen möchte, kommt an einem Scheibenrad kaum vorbei. Die Zipp Super 9 Tubeless Disc überzeugt dabei nicht nur mit ihrer Aerodynamik, sondern vor allem mit ihrer hochwertigen Verarbeitung, dem hohen Fahrkomfort und der unkomplizierten Tubeless-Praxis. Damit zählt sie aktuell zu den besten Scheibenrädern für Triathlon und Zeitfahren.

Produktinfos

Hersteller:Zipp
Modell:Super-9 Tubeless Scheibenrad
KategorieTriathlon / Zeitfahren
UVP Euro:2.750.- EUR
Gewicht 1074 g mit XDR Freilauf (selbst gewogen)
Felgenform Hookless
Felgeninnenbreite: 23 mm
Nabe: ZR1 mit Keramiklagern
Reifenbreite: für 28 mm Reifen optimiert
Freilauf XDR oder SRAM/Shimano (Campagnolo optional)
Extras: integrierter TyreWiz 2.0 Reifendruckmesser (10 g)
max. Systemgewicht: 115 kg
Garantie unbefristet
Web:www.sram.com/de/sram

Bewertung

Preis/Leistungsverhältnis  
Verarbeitung  
Rundlauf  
Bremsverhalten  
Gewicht  
Fahr- und Lenkverhalten bei Seitenwind  
Fahrkomfort  
Fotoserie: Zipp Super 9 Tubeless Scheibenrad

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