
Das Frauenrennen, das um 12 Uhr mittags gestartet wurde, fand leider ohne deutsche Beteiligung statt, da Daniela Kleiser am Tag vor dem Rennen in Absprache mit Trainer Ben Reszel aus gesundheitlichen Gründen ihren Startverzicht bekanntgab.
Vierköpfige Spitzengruppe mit Lucy Charles-Barclay als Anführerin
Anders als gewohnt konnte sich Charles-Barclay beim Schwimmen in den mit 20,2 Grad fürs Wetsuit-Schwimmen perfekt temperierten Royal Victoria Docks nicht allein absetzen. Die Ironman-Weltmeisterin von 2023 hatte Taylor Knibb, Jessica Learmonth und Kate Waugh beim Weg in die T1 in der ExCeL-Messehalle an ihren Fersen.
Auf dem Rad sollte die vierköpfige Schwimmspitzengruppe den Rennverlauf weiter bestimmen und den Vorsprung deutlich ausbauen, da die anfangs nächstplatzierten Holly Lawrence, Georgia Taylor-Brown (beide GBR), Hannah Berry (NZL) und die australische Vorjahressiegerin Ashleigh Gentle allesamt langsamer unterwegs waren. Keine Chance den Sprung auf dem Rad nach vorne zu schaffen hatte auch die T100-Führenden Julie Derron (SUI). Taylor-Brown fiel durch einen Reifenschaden an ihrer Hinterradscheibe sogar noch weiter zurück und von Lawrence wurde noch auf der Radstrecke ein DNF vermeldet.
So fuhr Charles-Barclay nach den 80 Radkilometern als Erste der Vierergruppe in die T2 in der Messehalle ein. Während Learmonth schon auf den ersten Laufkilometern schnell zurückfiel, liefen Knibb und Waugh als Verfolgerduo gemeinsam knapp hinter Charles-Barclay.
Kate Waugh attackiert und nur Lucy Charles-Barclay kann folgen
Nachdem anschließend kurzzeitig alle drei zusammen waren, attackierte Waugh und nur Charles-Barclay konnte mit etwas Abstand folgen. Bei Knibb zeichnete sich hingegen ab, dass es für sie nur noch um Rang drei ging. Waugh durfte bis in die letzte der fünf Laufrunden vom Heimsieg träumen, dann schloss ihre prominente Landsfrau mit flinken Schritten die Lücke und zog ebenso schnell davon. Nach dem schmerzlichen DNF im Vorjahr feierte Lucy Charles-Barclay vor dem Londoner Heimpublikum endlich ihren ersten T100-Sieg. Waugh folgte als Zweite und sorgte so für einen britischen Doppelerfolg.
Taylor Knibb sicherte sich Rang drei vor Julie Derron, die in der T100-Gesamtwertung mit nun 90 Punkten weiter in Führung liegt. Dahinter folgen punktgleich Waugh und Knibb. Charles-Barclay schob sich mit den erhaltenen 35-Siegpunkten auf Rang vier nach vorne.
Rico Bogen probierts wieder mit einer Soloflucht auf dem Rad
Bei den Männern, für die um 14:45 Uhr das Startsignal fiel, führte Leo Bergere das Feld nach dem Schwimmen an. Allerdings war das Feld noch dicht beisammen. Innerhalb von nur 25 Sekunden gingen zehn Athleten auf die Radstrecke, darunter die Deutschen Rico Bogen, Justus Nieschlag, Mika Noodt und Wilhelm Hirsch. Hayden Wilde hatte bei seinem Comeback-Rennen 0:58 min Rückstand. Ebenfalls in Schlagdistanz lag Nicolas Mann (+1:06) , während Jonas Hoffmann (+1:43) schon etwas weiter zurücklag.
Auf dem Rad ging Rico Bogen einmal mehr in die Offensive. Der Leipziger setzte sich bis zur Hälfte der Raddistanz eine gute halbe Minute ab. Als erster Verfolger präsentierte sich überraschenderweise Hayden Wilde, der zusammen mit Mika Noodt ein Duo bildete. Bis zur Hälfte der Raddistanz war Bergere mit nur einer Minute Rückstand der nächste Verfolger. Danach bekam der Franzose deutlich Rückstand aufgebrummt, während sein Landsmann Mathis Margirier nach vorne fuhr.
Zwischenzeitlich sah es so aus, dass Wilde und Noodt die Lücke zum Führenden Bogen etwas zufahren können. Dies änderte sich auf den finalen zwei Radrunden. Der Vorsprung des jungen Leipzigers wurde wieder größer und betrug nach 70 Radkilometern erstmals über eine Minute.
Hayden Wilde beim Comeback-Rennen auf Siegkurs
Nach dem Indoor-Wechsel in der ExCeL Messe-Halle konnte Bogen 1:12 min Vorsprung vor Wilde und 1:20 min vor Noodt mit auf dem Laufstrecke nehmen. Von diesem Vorsprung zehrte Bogen bis Ende der zweiten Laufrunde, dann war Wilde dran. Nach ein paar Metern hinter Bogen zog der 27-Jährige Neuseeländer vorbei und schickte sich nun an, 97 Tage nach seinem schweren Radunfall in Japan, sein Comeback gleich mit einem Sieg zu krönen.
Während die Siegfrage geklärt war, wurden dahinter in der Londoner Nachmittagshitze noch munter die Plätze getauscht. Nachdem zuerst Noodt an dem sichtlich leidenden Bogen vorbeizog, lief dahinter der Belgier Jelle Geens zur Laufhöchstform auf.
Mika Noodt hält Jelle Geens auf Distanz – Bogen wird durchgereicht
Der amtierende Ironman 70.3-Weltmeister stoß an der 13 km-Marke zunächst Bogen vom Podium und richtete den Blick weiter nach vorne. Allerdings wurde auch der Belgier nun etwas langsamer und bekam auf den längeren Geraden entlang der Docks den vor ihm laufenden Deutschen nicht mehr in den Blick. Mika Noodt fightete seinerseits um jede Sekunde und lief erstmals auf Rang zwei bei einem Rennen der T100-Tour.
Vorne hatte Hayden Wilde in der finalen Laufrunde in Form des überrundeten Justus Nieschlag einen Begleiter bekommen, der mit ihm in Richtung Ziel lief. Rico Bogen, der im Vorfeld des Londoner Rennens erkrankt war, musste auf den finalen Metern auch noch den Niederländer Menno Kohlhaas vorbeiziehen lassen und lief auf Rang fünf ein. Einen starken Auftritt legte Wilhelm Hirsch hin. Der Hallenser, der mit einer Wildcard ins Feld gerutscht war, wurde Achter.












