Lionel Sanders schwitzte zuletzt auch beim Outdoor-Lauftraining mehr als ihm lieb war, wie ein Instagram-Post des "The Championship"-Titelverteidigers verriet. Sanders wird es in der X-BIONIC® SPHERE an der Donau, dem Dreh- und Angelpunkt des Triathlons über 1,9 km Schwimmen, 90 km Radfahren und 21,1 km Laufen, mit sehr starker Konkurrenz zu tun bekommen. Allen voran Sebastian Kienle ist heiß auf das Rematch. Im Vorjahr musste sich der Knittlinger nach einem engen Laufduell, bei dem er zwischenzeitlich sogar im Vorteil schien, dem Kanadier den Vortritt lassen. Beim ersten Aufeinandertreffen in der Saison 2018, Anfang Mai beim Ironman 70.3 St. George, ging allerdings ebenfalls Sanders wieder als Sieger hervor.
Dreitz, Clavel oder Raelert – wer hat das Sanders-Niveau?
Kienle kann in der flachen Donauebene aber vielleicht auf deutsche Unterstützung hoffen. Athleten wie Andi Dreitz und Maurice Clavel sind hier als erste zu nennen. Dreitz verpasste im Vorjahr als Vierter knapp das Siegerpodest und kommt bestens vorbereitet aus einem Trainingscamp in Südtirol nach amorín. Maurice Clavel wurde letztes Jahr in der Nacht vor dem Rennen krank und will nun sein Leistungspotential endlich auch auf dem flachen Kurs (die Radstrecke hat nur 74 Höhenmeter) zeigen. Im Interview erklärte Clavel auch schon mal, wie man Sanders vielleicht schlagen kann. Eine überraschende Attacke oder ein harter Schlusssprint hält der Freiburger als eine der wenigen Möglichkeiten, um den tempofesten und kampfstarken Nordamerikaner in die Defensive zu drängen. Zu den Mitfavoriten würde eigentlich auch Michael Raelert zählen, der im Vorjahr in amorín Bronze gewann. Allerdings kehrte der Rostocker nach einer mit Krankheiten unterbrochenen Vorbereitung erst in der Vorwoche in St. Pölten ins Renngeschehen zurück und konnte im Laufen nicht mit der Spitze mithalten.
Lange Liste der Mitfavoriten
Weitere Deutsche mit Aussicht auf eine gute Platzierung sind u.a. der zuletzt formstarke Florian Angert, Johannes Moldan und Patrick Dirksmeier. Von der internationalen Konkurrenz dürften der Südafrikaner James Cunnama, Antony Costes aus Frankreich, der Australier Sam Appleton und der belgische Challenge Roth-Sieger Bart Aernouts die besten Chancen auf die Topränge haben. Dazu würde eigentlich auch Sven Riederer zählen. Nach einem Radsturz in der endschnelle Schweizer allerdings noch gehandicapt. In den sozialen Medien ließ Riederer zuletzt seine Teilnahme offen.
Anne Haug und das Vorjahrespodium
Für Anne Haug ist die "The Championship" in amorín gewissermaßen auch eine Premiere. Nach dem Umstieg auf die Mitteldistanz steht die Bayreutherin erstmals bei einem Rennen der Challenge Family an der Startlinie. Nimmt man ihre Ergebnisse der bisherigen vier Ironman 70.3-Rennen als Maßstab, dann dürfe Anne Haug auch in amorín beste Chancen im Titelrennen haben. Im Training standen bei der zweimaligen Olympiateilnehmerin zuletzt die Kraftfähigkeiten auf dem Rad im Fokus. Im Vorjahr bestimmten die Australierin Annabel Luxford und Heather Wurtele aus Kanada auf dem Radkurs das Tempo, bevor Lucy Charles im Halbmarathon das Rennen noch knapp für sich entschied. Alle drei sind auch diesmal mit von der Partie und können nun ihre Erfahrungen aus dem Vorjahr gegenüber der Deutschen ausspielen. "Das Feld in amorín ist extrem stark besetzt und an einem guten Tag kann jede Athletin jede schlagen", sagt deshalb auch Haug. Namen wie Helle Frederiksen (DEN), Kaisa Sali (FIN), Emma Pallant (GBR) und Radka Vodickova (CZE), die ebenfalls in der Startliste auftauchen, bestätigen Haugs Einschätzung.
Insgesamt sind für die "The Campionship"-Entscheidung 836 Athlet/innen gemeldet. Die Profimänner eröffnen am Sonntag, 3. Juni, um 9:00 Uhr das Meisterschaftsrennen, die Profifrauen folgen 15 Minuten später. Ab 9:30 Uhr folgen dann die Wellenstarts der Agegrouper (alle 10 min.). Auf dem Radkurs kommt die 20m Draftingregel zum Einsatz. Der Wetterbericht verspricht einen hochsommerlichen Tag in amorín, mit Höchstwerten an der 30 Gradmarke.
Das Rennen kann am Sonntag via Livestream direkt verfolgt werden!
(unten) Bildrückblick: Die Challenge amorín 2017 …