Happy Birthday Ironman Hawaii

von Harald Eggebrecht für tri2b.com | 13.10.2018 um 02:16
Fast 2.500 Athleten stehen beim 40. Ironman Hawaii 2018 am 13. Oktober an der Startline. Bei der Premiere vor 40 Jahren am 18. Februar 1978 waren es nur 15, wovon am Ende 12 die Ziellinie erreichten. Das Startgeld soll damals nur 3 Dollar betragen haben, heute sind es an die 1.000 Bucks, die nach erfolgreicher Quali an die Ironman-Macher überwiesen werden müssen. Die Bilder dieses faszinierenden Wettkampfs auf dem unvergleichlich schönen Pazifik-Archipel waren es, die anfangs und Mitte der 80er Jahre auch in Deutschland vielerorts so manchen Ausdauerfreak zur Ausrichtung einer eigenen Triathlon-Veranstaltungen bewegten. Genauso bin ich selbst zum Triathlon gekommen.

Auf der einen Seite waren mir die Bilder des 82er Ironmans, mit der über die Ziellinie krabbelnden Julie Moss, irgendwie in Erinnerung geblieben. Wenige Jahre später entstand dann auch in meinem Heimatort eine jener Ur-Triathlon-Veranstaltungen. 1989, im Jahr des IronWar zwischen Dave Scott und Mark Allen, stand ich selbst erstmals an der Startlinie eines Triathlon. Gute sechs Jahre dauerte es, bis ich am 7. Oktober 1995 auf dem Alii Drive mit dem Ausspruch "You are an Ironman" begrüßt wurde. Mein erstes Kona-Finish. Drei weitere Starts sollten folgen (1996, 1997, 2000). Unvergessen dabei das Jahr 1997 mit dem ersten deutschen Hawaii-Sieger Thomas Hellriegel und dem komplett deutschen Podium (Hellriegel, Zäck, Leder). Dazu mehr oder weniger Augenzeuge beim "The crawl"-Finish von Wendy Ingraham und Sian Welch.

 

Bilder, die hängen bleiben

 

Im Jahr 2000 wusste ich noch nicht, dass mich der Ironman und Hawaii noch länger begleiten sollte.  tri2b.com war im Jahr davor, 1999, als triathlon-online ins Leben gerufen worden. 2002 schrieb ich dann meine ersten tri2b.com-Artikel, 2005 ging es dann, dank einer Kooperation mit Hannes Hawaii-Tours, erstmals für mich als tri2b.com-Berichterstatter nach Kona. "Wie viel Vorsprung, wo ist der Reid..." rief mir Faris Al-Sultan damals im Marathon auf dem Kuakini-Highway entgegen. Das Ende ist bekannt. Reid kam nicht mehr an den Münchner heran, der mit bayerischer Fahne zum Triumph an den Alii Drive lief.

 

Wunschtraum Kona

 

Die Liste der Anekdoten aus mittlerweile elf Jahren Berichterstattung vom Ironman Hawaii könnte wohl fast unendlich fortgesetzt werden. Die Magie und Mystik dieses Wettkampfes ist einmal mehr spürbar, wenn man mit Triathlon-Einsteigern spricht. Kaum einer ist dabei, der nicht den Wunschtraum hat, einmal in Kona an der Startlinie zu stehen. Und die, die schon mal dabei waren, wollen nochmals hin. Vergleicht man das mit Skifahren: Es wird eher selten vorkommen, dass man hört, "ich möchte mich mal die Streif in Kitzbühel hinunter stürzen." Der Erfolg der Marke Ironman, mittlerweile mit weit über 200 Veranstaltungen in 53 Ländern rund um den Erdball vertreten, begründet sich auch genau darin. Eigentlich jeder kann ein Ironman werden. Sehr wahrscheinlich wird er nicht so schnell wie Jan Frodeno, Patrick Lange oder Sebastian Kienle im Ziel sein. 10, 11, 12 oder 17 Stunden. Egal. Im Endeffekt sind es die Grenzerfahrungen, die man auf der 226 Kilometer langen Wettkampfdistanz erlebt, die den Reiz des Ironman ausmachen.

 

Es wird eng - auf dem Pier von Kailua-Kona und für so manche Nicht-IM-Veranstaltung

 

Ironman will weiter expandieren. Ihr Chef Andrew Messick kündigte am Rande des Ironman Hawaii für 2018 weitere Destinationen, unter anderem Indien und Russland, an. Wo sind die Grenzen dieses Wachstums? Die Wechselzone auf dem Pier von Kailua-Kona platzt jetzt schon fast aus den Nähten. Jedes Jahr wird es dort noch etwas enger und voller. Was natürlich auch draußen für den Queen K-Highway gilt. "Bis Hawi kann man heute eigentlich nicht wirklich fair fahren, auch wenn man will," so ein Zitat eines Agegroupers, der den Ironman Hawaii auch aus früheren Jahren her kennt.  

Den Expansionskurs und Verdrängungswettbewerb der Marke Ironman spüren hierzulande auch viele der mittelgroßen und kleinen Veranstalter, die vielerorts hart um ihre Teilnehmer kämpfen müssen. So manches Rennen ist hier mittlerweile von der Landkarte verschwunden. Ein Posting mit einem Ironman-Finisher-Shirt und einer Ironman-Medaille bringt nun einmal mehr Likes. Gewissermaßen frisst der Ironman (Hawaii) damit auch seine Kinder, die er mit seinen so eindrucksvollen Bildern in die Welt gesetzt hat.

In diesem Sinne. Alles Gute zum Geburtstag Ironman Hawaii. Hoch sollst du leben und möglichst 100 Jahre alt werden. Wenn wir dir noch einen Tipp mit auf den Weg geben dürfen: Schau auf deine Gesundheit und sorge dich auch um deine Kinder, denn Geld ist nicht alles im Leben.

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