Ironman 70.3 Bahrain: Andreas Raelert zum Comeback am Persischen Golf

von Harald Eggebrecht für tri2b.com | 06.12.2018 um 14:44
Am Samstag steht die vierte Ausgabe der Ironman 70.3 Middle East Championship Bahrain auf dem Programm. Insgesamt 1.500 Starter werden dabei über die Mitteldistanz (1, 9 km Schwimmen, 90 km Radfahren, 21,1 km Laufen) und den Rennen des Rahmenprogramms an den Start gehen, wobei aus deutscher Sicht vor allem ein Athlet im Blickpunkt stehen wird. Andreas Raelert will nach seiner langen verletzungsbedingten Auszeit im Königreich Bahrain am Persischen Golf endlich wieder in den Wettkampfmodus zurückkehren.

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Andi Raelert hatte im Frühjahr bei einem Radsturz eine Oberschenkelfraktur erlitten und musste daraufhin die komplette Saison 2018 absagen. Nach der langen Reha kehrt der mittlerweile 42-jährige Rostocker kurz vor dem Jahreswechsel nun doch noch an die Triathlon-Startlinie zurück. „Für mich geht es in erster Linie darum, etwas Wettkampfluft schnuppern zu können. Es ist ein unglaubliches schönes Gefühl, wieder eine Startnummer tragen zu können“,  sagt der seit dem Herbst nun zweifache Familienvater, der mit dem Rennen vor allem Motivation für die 2019er Saisonvorbereitung schöpfen will.

 

Blummenfelt bringt seine schnellen norwegischen Freunde mit

 

Die Favoritenrolle werden am Samstag in Manama aber andere Athleten inne haben. In erster Linie der norwegische Titelverteidiger Kristian Blummenfelt, der im Vorjahr bei seinem ersten Abstecher auf die Mitteldistanz gleich den Siegerscheck einkassierte. " Ich habe immer gewusst, dass ich auch Mitteldistanz kann. Aber ich hatte zuvor keine Zeit es auszuprobieren, wegen den Rennen in der World Triathlon Series. Es war im letzten Jahr dann eine tolle Möglichkeit dies hier in Bahrain so erfolgreich auszuprobieren", so Blummenfelt auf der Pressekonferenz über seinen Vorjahressieg. Mitgebracht hat der 24-jährige Norweger noch seine Landsleute Casper Stornes und Iden Gustav, mit denen er Ende April einen historischen norwegischen Dreifacherfolg beim WTS-Rennen auf den Bermudas feierte.

 

Wie müde ist Bozzones Maschine?

 

Das Nachsehen hatte vor Jahresfrist Terenzo Bozzone. Der Neuseeländer gewann 2016 in der Heimat seines Bahrain Endurance 13 Triathlonteams und tritt nun zum Rematch gegen Blummenfelt an. Allerdings hat der Kiwi gerade erst ein sensationelles Comeback gefeiert, mit den Siegen beim Ironman 70.3 Western Sydney und Ironman Western Australia. "Nach den beiden Rennen ist eine gewisse Müdigkeit in meiner Maschine, man wird sehen wie sich das am Samstag auswirkt," schraubt Bozzone die Erwartungen  allerdings etwas herunter. Weitere Anwärter auf die Topränge dürften u.a. Bozzones Teamkollege David Plese aus Slowenien und der Südafrikaner Matt Trautman sein.

Die Frauenkonkurrenz steht ebenfalls ganz im Zeichen eines Comebacks. Die Britin Holly Lawrence kehrt nach ihrer beim Ironman 70.3 Oceanside im April erlittenen Knöchelfraktur ins Renngeschehen zurück. Die Ironman 70.3 Weltmeisterin des Jahres 2016 hatte im Vorjahr in Manama vor Anne Haug und Daniela Ryf gewonnen und kann sich deshalb keine besseres Rennen als Comeback-Race vorstellen.  Konkurrenz bekommt Lawrence von einer weiteren Rückkehrerin. Auch die Neuseeländerin Amelia Rose Watkinson hatte in diesem Jahr lange pausieren müssen und gerade erst ihr Comeback bestritten.  Zum Kreis der Favoritinnen zählen außerdem die Britin Sarah Lewis, Annah Watkinson aus Südafrika und die Australierin Ellie Salthouse.

 

Frodeno und Ryf mit Staffeleinsatz

 

In den Staffeln werden übrigens für das Bahrain Endurance 13 Team Jan Frodeno, Daniela Ryf und (lt. Meldeliste) auch Alistair Brownlee an den Start gehen. Frodeno wird dabei den Schwimmpart übernehmen und dann an Ryf übergeben.

Der Startschuss für die Ironman 70.3 Middle East Championship fällt am Samstag, 8.12., um 6:20 Uhr Ortszeit (4:20 Uhr MEZ). Geschwommen wird auf einem 1,9 langen Rechteckskurs vor der imposanten Skyline von Manama. Der 90 km flache aber windanfällige Radwendepunktkurs führt dann in Richtung Süden Bahrains, wobei auf der Rückfahrt nach gut 50 km die Schleife über den Bahrain International Circuit Formel 1-Kurs als Highlight auf die Athleten wartet. Das abschließende Laufen findet in drei Wendepunktrunden auf dem King Faisal Highway statt, immer mit Blick auf die imposanten Türme des Bahrain World Trade Center.