Ironman 70.3: Bleymehl und Steger gewinnen in Zell am See-Kaprun

von René Penno für tri2b.com | 01.09.2019 um 16:14
Thomas Steger folgt auf Michael Weiss, Daniela Bleymehl auf Laura Philipp: An den Nationalitäten hat sich bei den Siegern des Ironman 70.3 Zell am See-Kaprun nichts geändert. Für Thomas Steger war es der erste Sieg bei einem Ironman 70.3 überhaupt, er verwies nach 3:55:03 Stunden mit Frederic Funk (3:55:54), Florian Angert (3:56:39), Ruben Zepunkte (3:57:23) und Jan Stratmann (3:57:28) gleich vier Deutsche auf die folgenden Plätze. Bei den Frauen triumphierte Daniela Bleymehl vor Els Visser.

Das Rennen in der Tourismus-Hochburg hatte so einiges zu bieten. Andreas Giglmayr, im vergangenen Jahr Zweiter in Kaprun, hätte zu gern noch einmal ganz vorne mitgemischt. Für ihn war es das letzte Rennen, er wurde Neunter. Dass er mit der Vergabe des Sieges diesmal nicht viel zu tun hatte, lag vor allem an den deutschen Kontrahenten. Beim Schwimmen gab Lukasz Wojt ein unglaubliches Tempo vor, nach  22:33 Minuten hatte er alle abgehängt, Johann Ackermann und Jan Stratmann waren 42 Sekunden dahinter die ersten Verfolger.

Power-Zepuntke


Auf den ersten Radkilometern konnte Wojt seine Führung und auch den Vorsprung noch behaupten, dann rückten die Verfolger mit allen Favoriten immer näher. Nach 20 Kilometern waren Funk, Angert und Co. dran an ihrem Landsmann, dann übernahm Ruben Zepuntke die Spitze. Und wie: Der ehemalige Radprofi drückte in den Anstiegen und raste gekonnt die Abfahrten hinunter. Das brachte dem Düsseldorfer schnell eine Lücke zu seinen Mitstreitern, ein paar Kilometer weiter hatten die Zepuntke aus den Augen verloren. 

Den Radpart absolvierte Ruben Zepuntke in 2:05:05 Stunden. Auf der etwas abgeänderten Strecke war er vier Minuten schneller als Jan Frodeno und Sebastian Kienle bei ihren WM-Starts in Zell am See-Kaprun im Jahr 2015. In der Wechselzone hatte sich der Vorsprung auf Funk und Angert auf 3:44 Minuten summiert, Thomas Steger folgte als Vierter, zusammen mit Jan Stratmann, 6:28 Minuten hinter Zepuntke.

Verfolger kommen auf


Schon bei anderen Auftritten hatte Ruben Zepuntke in ähnlicher Manier aufgetrumpft. Jedesmal aber musste er beim Laufen Federn lassen. So auch diesmal. 13 Kilometer lang konnte er sich die Kontrahenten vom Leib halten. Die aber kamen immer näher. Erst war Frederic Funk dran, der einen leichten Anstieg nutzte, um an Zepuntke vorbeizurennen. Wenig später folgte auch Florian Angert, an dessen Fersen war auch schon Thomas Steger. Der Österreicher nutzte diesen Schwung für sich und übernahm schnell die Spitze. Der Vorsprung wuchs auf 30 Sekunden an, sicher sein konnte sich der Österreicher aber nicht. Noch nicht: Auf dem letzten Kilometern wurde die Lücke dann doch noch etwas größer, es reichte für Thomas Steger zum Heimsieg. 

Dahinter sicherte sich Frederic Funk Rang zwei vor Florian Angert. Ruben Zepuntke hatte das Podium, nachdem er unterwegs versuchte, sich an seinen Mitstreitern festzubeißen, zwar knapp verpasst, den vierten Rang rettete er knapp vor Jan Stratmann ins Ziel. 

Daniela Bleymehl mit zweitem Saisonsieg


Auch das Rennen der Frauen wurde schon früh zu einer deutschen Angelegenheit. Anna-Lena Pohl führte das Feld nach dem Schwimmen an, nach dem ersten Viertel auf dem Rad war Anja Ippach an der Spitze - mit Daniela Bleymehl im Schlepptau. Dahinter führte Anna-Lena Pohl die Verfolgergruppe an.

Diese Konstellation änderte sich bald wieder. Denn mit Els Visser hatte sich eine starke Niederländerin an die Spitze gesetzt, und auch die Italienerin Margie Santimaria war an den deutschen Frauen vorbei auf Rang zwei gefahren. Visser behauptete die Spitze auf dem anspruchsvollen Kurs, mehr als eine Minute Vorsprung wurden es aber selten. Verantwortlich dafür war auch Daniela Bleymehl, die sich das Rennen gut eingeteilt hatte und in der zweiten Hälfte des Radfahrens von den Verfolgerinnen lösen konnte. Bis zum zweiten Wechsel schaffte die Darmstädterin gar den Anschluss an Visser und stellte ihr Rad noch vor der Niederländerin wieder ab.

Schulter an Schulter ging es dann auf die Laufstrecke, schon bald aber war Bleymehl allein vorne. Bis ins Ziel wurden es fast vier Minuten Abstand zwischen Bleymehl und Visser, auch dahinter hatte sich das Feld gut sortiert. Nach 4:23:51 Stunden holte sich Daniela Bleymehl ihren zweiten Sieg in diesem Jahr, Zweite wurde Els Visser (4:27:40) vor der Österreicherin Lisa Hütthaler (4:31:15). Hinter der Britin Chantal Cummings und Margie Santimaria kam Anna-Lena Pohl als zweite Deutsche auf Rang sechs ins Ziel (4:46:31), Anja Ippach wurde Neunte (4:49:26).

ANZEIGE