Ironman 70.3 St. George: Lawrence und Von Berg gewinnen, Kienle wird Siebter

von René Penno für tri2b.com | 04.05.2019 um 18:59
Der Saisoneinstand für Sebastian Kienle ist nur zum Teil gelungen: Bei der Ironman 70.3 North American Pro Championship in St. George kam er als Siebter ins Ziel, nachdem er auf dem Rad schon auf Rang zwei vorgefahren war. Der Sieg ging diesmal an Rodolphe von Berg, der nach 3:49:10 Stunden Bart Aernouts (3:50:58) und Jackson Laundry (3:51:21) auf die nächsten Plätze verwies. Bei den Frauen war Holly Lawrence Alleinunterhalterin an der Spitze.

Es hätte ein Traumstart nach der überwundenen Verletzungspause in die Saison 2019 werden können für Sebastian Kienle. In St. George (US Bundesstaat Utah) lieferte der Hawaii-Sieger von 2014 eine seiner besten Schwimmleistungen ab: Mit nur zwei Minuten Rückstand auf den Amerikaner Eric Lagerstrom kam Kienle als Siebter aus dem Wasser, das waren beste Bedingungen für ein erfolgreiches Rennen.

Auf den ersten 50 Radkilometern zeigte Sebastian Kienle seine gute Form. Zusammen mit Ben Hoffman raste er hinter Rodolphe von Berg her, der die Spitze inzwischen von Eric Lagerstrom übernommen hatte. Nach 40 Kilometer war der Rückstand auf eine Minute geschrumpft, es schien nur noch eine Frage der Zeit, wann der Deutsche ganz vorn auftauchte. Daraus wurde nichts: Wegen eines „positioning foul’s“ bekam er von der Jury eine 5-Minuten-Zeitstrafe aufgebrummt, gut 30 Kilometer vor dem zweiten Wechsel war Kienle sechs Minuten hinter der Spitze. Der 34-Jährige aber gab sich nicht auf, wieder auf dem Rad, nahm er die Verfolgung wieder auf. Die endete bis zum Wechsel in die Laufschuhe auf Rang neun, ins Ziel kam Sebastian Kienle als Siebter. Der ungewollte Zwischenstopp war eine zu große Hypothek, da nützte auch die viertbeste Laufzeit (1:15:36) nicht mehr viel.

Von Berg von der Spitze


Den Sieg machten andere unter sich aus. Rodolphe von Berg stellte seine Rennmaschine 3:37 Minuten vor seinem Landsmann Sam Long ab, knapp 20 Sekunden folgten Bart Aernouts und Ben Hoffman. Von Berg machte es seinen Verfolgern schwer. Nach zehn Kilometern war Long immerhin fast eine Minute näher dran, der Amerikaner aber ließ sich nicht mehr einholen. Auch Bart Aernouts startete zu spät durch: Der Belgier rannte noch auf Rang zwei, im Ziel hatte er den Abstand zum Sieger auf unter zwei Minuten gedrückt, mehr war nicht drin. In seinem Sog holte sich Jackson Laundry mit der besten Laufzeit des Tages (1:14:28) Rang drei.


Lawrence nicht aufzuhalten


Holly Lawrence hat nichts anbrennen lassen. Nach 2017 gewann die Britin den Ironman 70.3 St. George zum zweiten Mal, im Jahr 2019 ist es nach dem Erfolg in Dubai der zweite Sieg. Den holte Lawrence in souveräner Manier. 

Nur im Wasser gewährte sie Haley Chura den Vortritt. Die drei Sekunden aber waren kaum der Rede wert: Auf dem Rad setzte sich die Britin gleich an die Spitze und gab die nicht wieder ab. Ihre einzig ernsthafte Verfolgerin war Paula Findlay. Spätestens beim zweiten Wechsel musste auch die Kanadierin die Überlegenheit von Holly Lawrence anerkennen: Dreieinhalb Minuten trennten die beiden, alle anderen hatten schon über fünf Minuten und mehr Rückstand. Und der wurde noch größer, der Sieg der Britin war ungefährdet: Nach 4:06:05 Stunden verwies Lawrence Paula Findlay (4:14:03) und Heather Wurtele (4:15:55) auf die nächsten Plätze.

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