Ironman 70.3-WM: Jan Frodeno auf dem Silberrang

von H. Eggebrecht für tri2b.com | 07.09.2014 um 18:00
Triathlon-Olympiasieger Jan Frodeno hat den Sieg bei der Ironman-70.3-Weltmeisterschaft im kanadischen Mont Tremblant (1,9 km Schwimmen, 90 km Radfahren, 21,1 km Laufen) denkbar knapp verpasst. Der 33-jährige Saarbrücker wurde in 3:42:11 Stunden Zweiter hinter dem Spanier Javier Gomez (3:41:30), der damit innerhalb einer Woche den zweiten WM-Titel, nach dem Sieg in der ITU-WM-Serie, feiern durfte. Dritter wurde der Brite Tim Don. Nils Frommhold sorgte als Fünfter für eine weitere deutsche Topplatzierung. Neue Ironman-70.3-Weltmeisterin wurde die Schweizerin Daniela Ryf.

Schon beim Schwimmen zeichnete sich ab, dass Jan Frodeno und Javier Gomez den Renntag wohl lange auf Augenhöhe bestreiten werden. Nur um zwei Sekunden voneinander getrennt gingen die beiden auf die Radstrecke. Mit elf weiteren Athleten, darunter auch der neuseeländische Ex-Weltmeister der Ironman-70.3-Serie Terenzo Bozzone und Nils Frommhold, wurde gleich von Beginn an ein hohes Tempo eingeschlagen. Zu hoch an diesem Tag für Titelverteidiger Sebastian Kienle, der auf den 1,9 Schwimmkilometern knapp dreieinhalb Minuten auf die Topschwimmer um Frodo und Co. verlor. Der Weltmeister der beiden Vorjahre büßte sogar weitere Zeit in seiner Paradedisziplin auf die Spitzengruppe ein.


Gomez und Frodeno laufen allen anderen davon

Diese dezimierte sich im weiteren Verlauf auf insgesamt zehn Athleten, die innerhalb einer halben Minute die zweite Wechselzone erreichten und in die Laufschuhe wechselten. Dort sortierte sich schon auf den ersten Kilometern das Feld. Gomez und Frodeno marschierten in Kurzdistanzler-Manier vorne weg, der Rest versuchte verzweifelt, Anschluss zu halten. Doch sowohl der Spanier, als auch der deutsche Olympiasieger liefen in einer anderen Liga. Gomez, der sich gerade erst beim ITU-Finale in Edmonton den Sieg in der Kurzdistanz-WM-Serie sicherte, konnte eine kleine Lücke zu seinem deutschen Kontrahenten reißen. Bis drei Kilometer vor dem Ziel war der Abstand bei engen 20 Sekunden. Doch wer auf einen späten Einbruch des Spaniers gehofft hatte, der wartete vergebens. Gomez rannte mit einem 1:09:27-Stunden-Halbmarathon zum WM-Titel. Frodeno (1:10:36 Std. Laufzeit) folgte mit 41 Sekunden Abstand. Mit Tim Don als Drittem komplettierte ein Athlet aus dem Kurzdistanz-Lager, der Brite war 2006 ITU-Weltmeister auf der Olympischen Distanz, das Podium. 


Frommhold auf dem Rad einer der Besten

Vierter wurde der Kanadier Lionel Sanders, gefolgt von Nils Frommhold. Der Potsdamer fuhr mit 2:05:10 Stunden sogar schneller Rad als die Podiumsplatzierten und musste sich erst beim Laufen von den Medaillenrängen verabschieden. Sebastian Kienle beendete das Rennen auf Rang 18. Andreas Dreitz folgte auf Platz 22. Patrick Lange schied nach einem Sturz auf der Radstrecke vorzeitig aus.


Ryf setzt ihre Siegesserie fort

Ähnlich dem Männerrennen bildete sich auch bei den Frauen nach dem Schwimmen eine Spitzengruppe, allerdings mit nur fünf Athletinnen. Jodie Swallow (GBR), Mary Beth Ellis (USA), Helle Frederiksen (DEN), Annabel Luxford (AUS) und die Schweizerin Daniela Ryf bestimmten am Anfang gemeinsam das Tempo an der Spitze. Im weiteren Verlauf sollte dann Ryf das Tempodiktat übernehmen und bis ins Radziel fast drei Minuten auf ihre ersten Verfolgerinnen Swallow und Ellis herausfahren.

Ryf kontrollierte im Halbmarathon ihren Vorsprung, trotz ihres zuletzt extrem harten Wettkampfprogramms mit den Siegen beim 5150 Zürich und Ironman Zürich, Ironman 70.3 Wiesbaden und dem Ironman Kopenhagen innerhalb von vier Wochen, mit schweizerischer Perfektion. Nur Swallow konnte etwas Zeit gutmachen, doch den Sieg der Schweizerin nicht mehr ernsthaft gefährden. Ryf trumphierte in 4:09:19 Stunden vor Swallow (4:11:43). Dritte wurde die Kanadierin Heather Wurtele vor Meredith Kessler aus den USA, die beide noch Mary Beth Ellis überliefen. Lisa Hütthaler aus Österreich finishte als Siebte, knapp gefolgt von der Freiburgerin Svenja Bazlen auf Rang acht.

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