Ironman Arizona: Sali und Sanders gewinnen

von René Penno für tri2b.com | 20.11.2017 um 04:05
Lionel Sanders hat seinen Titel beim Ironman Arizona verteidigt. Nach 7:54:10 Stunden gewann der Kanadier in Tempe wie vor einem Jahr vor seinem Landsmann Brent McMahon (8:07:40 Stunden), der Franzose Jeremy Jurkiewicz wurde Dritter (8:15:22). Das Frauenrennen entschied die für das Team Sport for Good startende Finnin Kaisa Sali (8:51:54) für sich.

Lionel Sanders kann in den nächsten Monaten ganz in Ruhe für den Ironman Hawaii 2018 planen. Nicht, dass es daran Zweifel gab, aber nur fünf Wochen nach seinem zweiten Rang bei der Ironman-Weltmeisterschaft in Kona dieses Jahres beeindruckte er auch in Arizona. Vor allem auf dem Rad. Den Rückstand, den ihm die Konkurrenz beim Schwimmen aufgedrückt hatte, holte Sanders auf dem Rad schnell auf. Vorne an der Spitze angekommen, zögerte er nicht lange und gestaltete das Rennen, wie er es wollte. Das bedeutete: Mit Volldampf von der Spitze. Seine Verfolger, Brent McMahon, der Spanier Alonso McKernan und Jeremy Jurkiewicz, konnten nicht mithalten und mussten den Vorjahressieger immer weiter davonziehen lassen. Beim zweiten Wechsel betrug Sanders’ Vorsprung auf McKernan zehn, und auf McMahon sowie Jurkiewicz sogar zwölf Minuten.

Dass dieser Abstand keine sichere Sache sein muss, durfte Sanders auf Hawaii erfahren. Zumal Brent McMahon zu den stärksten Läufern gehört. Der konnte diesmal aber nie eine Aufholjagd starten, Sanders rannte schneller und nahm seinem Landsmann noch mehr Zeit ab, McMahon brachte Rang zwei sicher vor Jurkiewicz ins Ziel. Christian Brader (8:44:09) beendete den Ironman Arizona auf Rang neun. Der Allgäuer haderte anschließend auf Facebook über seine Leistung und war gleichzeitig umso mehr überrascht, dass es doch noch für die Top Ten reichte: "Ein Trauerspiel- normalerweise kämpft man nicht im 4:45er Schnitt um einen Top Ten-Platz. Deshalb ist es unglaublich, dass ich mit der miserablen Leistung Top Ten machen konnte. Vielleicht spricht dies dann doch für die extrem harten Bedingungen."

 

Viel Abwechslung an der Spitze


Mehr Abwechslung bot das Rennen der Frauen. Die beiden Däninnen Helle Frederiksen und Michelle Vesterby führten das Feld nach dem Schwimmen an, die Amerikanerin Kelly Williamson war mit 1:32 Minuten Abstand die erste Verfolgerin. Als Sechste, mit 4:26 Minuten Rückstand, kam Kaisa Sali aus dem Wasser. Auf dem Rad sortierte sich die Spitzengruppe neu: Vesterby und Frederiksen machten gemeinsame Sache an der Spitze und bauten den Vorsprung zunächst weiter aus. Allzu weit ließen Kaisa Sali und Jen Annett aus Kanada die beiden aber nicht wegfahren und machten immer mehr Zeit gut. Erst schloss Sali zur Spitze auf, wenig später war auch Annett dran. Die Kanadierin wollte aber mehr und nahm ihren Konkurrentinnen bis zum Wechsel noch über zwei Minuten ab. Für die ersten zwölf Kilometer im Marathon zehrte Jen Annett von diesem kleinen Polster, dann waren Frederiksen und Sali wieder da. Eine Zeit lang bildeten die beiden ein Duo, nach 18 Kilometern hatte Sali ein kleines Loch zur Dänin und ließ das immer größer werden. Mit dem schnellsten Marathon (3:04:39) rannte die Finnin nach 8:51:54 Stunden zum Sieg und kann den Ironman Hawaii 2018 ins Visier nehmen. Frederiksen wurde nach 8:55:35 Stunden Zweite bei ihrem ersten Ironman-Auftritt, Annett (8:59:27) folgte auf Rang drei vor Michelle Vesterby (9:04:42).

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