Triathlon-EM: Anne Haug führt DTU-Team in Lissabon an

von tri2b.com | 26.05.2016 um 18:06
Mit sechs Startern tritt die deutsche Triathlon-Nationalmannschaft bei den Europameisterschaften in den Eliterennen am Wochenende in Lissabon (Portugal) an. Über die Kurzdistanz von 1.500 Metern Schwimmen, 40 Kilometern Radfahren und 10 Kilometern Laufen werden am Samstag ab 11:00 (Männer) und 15:50 Uhr (Frauen) die besten Triathleten des Kontinents ermittelt. Angeführt wird das Sextett der Deutschen Triathlon-Union von Anne Haug (Saarbrücken), die in den Kampf um die vorderen Ränge eingreifen will.

Mit ihr an der Startlinie wird Marlene Gomez-Islinger (Weiden) stehen. Bei den Männern hat das Trainerteam ebenfalls eine Mischung aus erfahrenen und Perspektiv-Athleten nominiert. Mit Jonathan Zipf (Saarbrücken) und Franz Löschke werden Lasse Lührs (beide Potsdam) und Jonas Breinlinger (Saarbrücken) in den Tejo springen. 

„Mit Prognosen bin ich immer eher zurückhaltend“, schaut U23-Bundestrainer Klaus-Peter Justus, der das Team vor Ort gemeinsam mit Projekt-Bundestrainer Ron Schmidt betreut, gespannt auf die Wettkämpfe. „Anne ist gut vorbereitet, so dass sie sicher eine vordere Platzierung erreichen kann. Aber das hängt natürlich auch immer vom Rennverlauf ab. Marlene ist zum ersten Mal bei einer Elite-EM und wird hier sicher bestmöglich agieren und Erfahrungen sammeln.“ Zu den Favoriten im Frauenfeld gehören die Britin Lucy Hall und die Europameisterin des Jahres 2013 Rachel Klamer aus den Niederlanden.

Im Feld der Männer steht mit dem Spanier Javier Gomez aus Spanien der amtierende Weltmeister auf der Startliste. Auch der EM-Titelverteidiger David Hauss aus Frankreich ist in Lissabon dabei, dazu unter anderem die im Heimatland besonders motivierten Portugiesen Joao Silva und Joas Pereira. „Das Männerfeld ist sehr stark, da haben es unsere Athleten schwer“, so Justus. „Alle vier haben aber zuletzt gute Leistungen in den internationalen Rennen gezeigt. Wenn ihnen das hier auch gelingt, denke ich, dass wir zufrieden stellende Resultate erzielen können.“

 

 

DTU-Juniorinnen hoffen auf Edelmedall

 

Am Samstag kämpfen auch die Junioren um EM-Medaillen. Vor allem die jungen deutschen Damen machen sich Hoffnungen auf Edelmetall, und auch bei den Nachwuchs-Herren sind sehr gute Platzierungen möglich. EM-Erfahrung aus dem Vorjahr bringen bereits Lena Meißner (Neubrandenburg) und Lisa Tertsch (Potsdam) mit. Meißner sicherte sich 2015 in Genf vor ihrer Mannschaftskollegin die Bronzemedaille im Einzelrennen und – gemeinsam mit Tertsch – Team-Silber. Auch in diesem Jahr wollen beide wieder weit vorne landen. Gar WM-Silber 2015 hat Peer Sönksen (Neubrandenburg) gewonnen, indes über einen wegen Unwetters zu einem Duathlon verkürzten WM-Wettkampf.

Ebenfalls ambitioniert gehen auch die weiteren fünf DTU-Starter in die Rennen ab 09:00 Uhr (Juniorinnen) und 13:55 Uhr (Junioren). Nominiert hatte DTU-Nachwuchs-Bundestrainer Thomas Moeller im Damenbereich noch Lena Neuburg (Köln) und Lina Völker (Stadtlohn) sowie das Herren-Trio Moritz Horn (Potsdam), Jannik Schaufler und Paul Weindl (beide Saarbrücken).

„Die Konkurrenz ist in diesem Jahr noch einmal stärker geworden“, sagt Moeller vor den Rennen, „vor allem die Briten und Franzosen haben hervorragende Leute am Start. Aber auch wir sind gut aufgestellt und erhoffen uns zumindest eine Medaille bei den Juniorinnen. Bei den Junioren wird viel vom Rennverlauf abhängen. Aber es sind gute Resultate möglich.“

 

Am Freitag sind bereits die Paratriathleten dran

 

Das Quartett Nora Hansel (Bochum), Martin Schulz (Leipzig), Stefan Lösler (Esslingen) und Benjamin Lenatz (Radevormwald) wird die deutschen Triathlonfarben im EM-Rennen im Paratriathlon  vertreten.  Am Freitag ab 16:00 Uhr gehen die drei auf die 750 Schwimmmeter, 20 Rad- und fünf Laufkilometer in der Nähe des Flusses Tejo. Insbesondere auf Nora Hansel und Martin Schulz wird das Augenmerk liegen, wollen beide ihre letztjährigen EM-Titel verteidigen. Für Lösler und Lenatz geht es noch um Tickets zu den Paralympischen Spielen in Rio de Janeiro.

 

Schafft Schulz den fünften EM-Sieg in Serie?

 

Für den Sachsen Schulz wäre es gar der fünfte EM-Titel in Folge. Schulz startet in der Klasse PT4 (leichte Behinderung), hat aber durchaus starke Konkurrenz aus Frankreich und Spanien. Mit einem Sieg beim letzten Rennen in Aguilas (ESP) setzte er noch einmal ein Ausrufezeichen und zeigte den Gegnern, dass mit ihm zu rechnen ist. Hansel versucht in der PT3 (mittelschwere Behinderung) wieder als Erste ins Ziel zu laufen und als Letzte auf das Siegerpodium zu steigen.

Für Stefan Lösler (PT2, schwere Behinderung) ist die Europameisterschaft ein ganz wichtiges Rennen. Er muss eine Top-Platzierung erreichen, damit er sich für die Paralympischen Spiele Anfang September in Rio de Janeiro qualifiziert und mit Schulz, der bereits sein Rio-Ticket sicher hat, in den Flieger steigen darf. Direkter Konkurrent ist dabei der Brite Andrew Lewis. Aktuell liegt Lösler im Paralympics-Ranking vor Lewis, darf aber nicht zu viele Punkte verlieren.

Erstmals im Team ist Rollstuhlfahrer Benjamin Lenatz (PT1), den Paratriathlon-Cheftrainer Tom Kosmehl aufgrund seiner 2016 bereits gezeigten Leistungen für die EM nominieren konnte. Für Lenatz heißt es bei seinem ersten großen internationalen Start, erst einmal Erfahrungen zu sammeln und die Anwärter auf die vorderen Platzierungen zu ärgern. Mit einer guten Platzierung kann er sich allerdings noch für die Paralympischen Spiele empfehlen.

 

EM-Abschluss am Sonntag mit den Teamrennen

 

Somit schauen Athleten und Betreuer nicht nur optimistisch auf die Einzelrennen, sondern auch auf die Teamrennen am Sonntag, wo in der so genannten „Mixed Team Relay“ jeweils zwei Damen und Herren gemeinsam in einem Staffelmodus antreten.

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