Xterra Crosstriathlon WM: Josiah Middaugh gewinnt erstmals auf Maui

von Harald Eggebrecht für tri2b.com | 01.11.2015 um 23:40
Der Amerikaner Josiah Middaugh und Flora Duffy von den Bermudas sind die Xterra-Weltmeister 2015. Middaugh, im Vorjahr noch Zweiter, rang im abschließenden Geländelauf den bis dahin führenden Titelverteidiger Ruben Ruzafa aus Spanien nieder und lief am Ende in 2:35:32 Stunden überlegen zum ersten Xterra WM-Titel der Karriere. Xterra-Silber ging bei der 20. Auflage des Crosstriathlon-Klassikers an den Neuseeländer Braden Currie (2:38:31) vor einem schwer geschlagenen Ruzafa. Der Trierer Jens Roth (2:51:15), einziger deutscher Starter im Männerprofifeld, wurde Elfter und verpasste die Top Ten nur um eine gute Minute. Bei den Frauen gelang Duffy in 2:54:18 Stunden mit einem Start-Ziel-Sieg die Wiederholung des Vorjahreserfolgs vor der Schottin Lesley Paterson und Emma Garrard aus den USA. Verena Eisenbarth aus Passau kam auf Rang 15 im Frauen-Profeld ins Ziel.

Das Schwimmen am D.T. Fleming Beach dominierte der australische Kurzdistanzspezialist Courtney Atkinson, der nach 19:23 Minuten als Führender der Pazifikbrandung entstieg. Nur sechs Sekunden dahinter folgte ihm Jens Roth als zweitbester Schwimmer des Tages in die erste Wechselzone. Die Topfavoriten ließen sich hier etwas mehr Zeit: Ruben Ruzafa und Josiha Middaugh kamen als Pärchen nach 21:51 beziehungsweise 21:52 Minuten an Land. Eine sehr gute Ausgangsposition für den 37-jährigen Amerikaner, der im Vorjahr schon beim Schwimmen mehr eineinhalb Minuten auf Ruzafa verlor.

 

Auf dem Bike zunächst Ruzafa in Führung

 

Auf dem Bike fuhren beide Topfavoriten zunächst zusammen, bevor im weiteren Verlauf Middaugh, beim Versuch am ehemaligen Mountainbike-Profi Ruzafa dran zu bleiben, zweimal leicht stürzte. Der leichtgewichtige Spanier ging auf dem mit 1.000 Höhenmetern gespickten MTB-Kurs in Führung, verfolgt von Middaugh, dem Neuseeländer Braden Currie und Francisco Serrano aus Mexiko, die beide auch durch Materialprobleme ausgebremst wurden. So musste Currie einen unfreiwilligen Stopp einlegen, nachdem sich Gras im Laufrad verfangen hatte, bei Serrano brach das Sattelgestell. Jens Roth konnte auf dem Bike nicht das Tempo an der Spitze mitgehen und verlor insgesamt 13 Minuten auf die Tagesbestzeit von Ruzafa. Der dreimalige Xterra-Weltmeister blieb in 1:29:59 Stunden als einziger unter der Eineinhalb-Stundenmarke und ging mit 1:45 Minuten Vorsprung in den abschließenden Lauf.

 

Middaugh fliegt über den Anstieg, Ruzafa bricht ein

 

Von der Wechselzone auf Meereshöhe geht es dort auf den ersten Kilometern nur bergauf und Middaugh konnte gleich von Beginn an viel Zeit auf den schwer angeschlagen wirkenden Ruzafa gutmachen. Mehr als 20 Sekunden verlor der  Spanier auf seinen Verfolger pro Kilometer. Zuerst zog Midaugh vorbei und lief zum ersten US-Sieg bei den Xterra-Weltmeisterschaften seit dem Jahr 2000, als der Duathlonspezialist Michael Tobin gewann. Dann musste Ruzafa auch noch kampflos Braden Currie ziehen lassen. Zumindest rettete sich der dreimalige Xterra-Weltmeister noch mit dem Bronzerang ins Ziel, denn von hinten stürmte schon mit der schnellsten Laufzeit des Tages der Mexikaner Mauricio Mendez heran, der Vierter wurde. Jens Roth kämpfte bei Laufen noch um eine Top-Ten-Platzierung, die ihm aber dann der Ironman-Profi Ben Hoffman wegschnappte. Der Hawaiizweite von 2014 gewann damit auch die mit 2.500 US-Dollar dotierte Doublewertung der Profis aus Ironman Hawaii und Xterra Maui - allerdings konkurrenzlos.

 

Duffy sieht ihre Konkurrentinnen erst im Ziel wieder

 

Bei den Frauen war der Sieg von Flora Duffy von Anfang an eine klare Angelegenheit. Die Vorjahressiegerin kam bereits als Gesamtfünfte aus dem Pazifik, mit über eineinhalb Minuten Vorsprung auf ihre ersten Verfolgerinnen. Auf dem Bike setzte dann zwar die Schottin Lesley Paterson, die 2011 und 2012 den Xterra WM-Titel gewann,  zur Aufholjagd an und fuhr die 32 Bike-Kilometer an die zwei Minuten schneller als Duffy. Zu sehen bekam Paterson, die zuletzt immer wieder mit Verletzungsproblemen zu kämpfen hatte, die Leaderin nicht mehr - zu groß war der Vorsprung. Auf der Laufstrecke wurde dann der Abstand wieder größer und Duffy durfte mit fünf Minuten Vorsprung vor Paterson einen überlegenen Sieg feiern. WM-Bronze ging an Emma Garrard aus den USA. Ein starkes Rennen lieferte die Österreicherin Carina Wasle ab, die Sechste wurde. Die einzige deutsche Profistarterin Verena Eisenbarth, vor zwei Jahren WM-Zweite in der AK, wurde 15. in der Prowertung.

 

Zwei deutsche Altersklassenweltmeister - Jörg Schneider im Hawaiian-Double knapp geschlagen

 

Im Hawaiian-Double der Agegroup-Athleten ging Jörg Scheider als Führender in den Xterra, allerdings mit nur gut zwei Minuten Vorsprung vor dem Franzosen Arnaud Bouvier. Beim Schwimmen konnte Schneider seinem Verfolger nochmals etwas Zeit abnehmen, doch dann war der Franzose sowohl auf dem Bike und in den Laufschuhen schneller als der Deutsche. Bouvier war nach 3:18:17 Stunden im Ziel, acht Minuten vor Schneider, und gewann in 13:28 52 Stunden das Double. Zweimal Gold gab es für deutsche AK-Athleten zu feiern. Susi Pawel aus Berlin gewann in 3:39:15 Stunden die Altersklassen 30-34 und Steffen Neuendorf aus Wald-Michelbach war in der AK 70-74 erfolgreich. WM-Silber gewannen Thomas Kerner (AK 25-29) aus Burglengenfeld und Marcelo Ruiz (AG 45-49/Bielefeld).

Zur Website: www.xterraplanet.com/maui

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