
Nina Eim erst in der Defensive
Eim setzte sich über die Sprintdistanz nach 1:02:14 Stunden vor Georgia Taylor-Brown (GBR; 1:02:19) und Teamkollegin Laura Lindemann (1:02:22) durch. Den Sieg musste sich die 27-Jährige allerdings hart erarbeiten. Denn anders als geplant hatte die Norddeutsche nach dem 750-Meter-Schwimmen im offenen Meer zunächst Rückstand auf die Spitze. „Beim Schwimmen war es etwas chaotisch. Da war ich etwas weiter zurück, als ich es wollte. Auf dem Rad habe ich dann gepusht und bin wieder rangekommen“, so Eim.
In der Folge bestimmte die Zwölfte der Olympischen Spiele von Paris 2024 das Tempo der zehnköpfigen Führungsgruppe mit, ehe auf den abschließenden fünf Laufkilometern die Entscheidung fiel. Nachdem sich vier Athletinnen abgesetzt hatten, erhöhte Taylor-Brown in einem Anstieg das Tempo, dem nur noch Eim folgen konnte. „Ich habe nur gedacht, dass ich mitgehen muss. Danach hat sich das Tempo wieder etwas beruhigt und ich habe ein bisschen Luft holen können, um dann selbst anzugreifen.“
Schöner Saisonstart und gelungenes Comeback
Dank ihrer Attacke wenige hundert Meter vor dem blauen Zielteppich an der Playa de las Cucharas lief Eim am Ende zu einem souveränen Sieg: „Das ist ein sehr schöner Start in die neue Saison. Ich bin froh, dass es so gut gelaufen ist.“ Ein ähnliches Fazit zog auch Laura Lindemann im Zielraum-Interview: „Es fühlt sich gut an, wieder zurück zu sein. Ich hatte Spaß, auch wenn der Kurs sehr hart war. Ich habe mich gut gefühlt, als wir zu viert vorne waren. Allerdings war es dann schon kritisch, denn ich wollte nicht Vierte werden.“
Selina Klamt nach Radsturz mit DNF
Großes Pech hatte indes Selina Klamt. Die 24-Jährige hinterließ lange Zeit in der Spitzengruppe einen guten Eindruck, fuhr dann jedoch auf gerader Strecke in eine Pylone und schlug hart auf dem Asphalt auf. Anders als Fanni Szalai (HUN), die ebenfalls zu Boden ging, konnte sie das Rennen nicht fortsetzen. Die beiden weiteren Deutschen im Feld, Franka Rust und Finja Schierl, belegten die Plätze 23 (1:04:07) beziehungsweise 31 (1:06:05).
Tim Hellwig meldet sich eindrucksvoll zurück
Nach mehr als anderthalb Jahren ohne Wettkampf hat sich Tim Hellwig beim Weltcup auf Lanzarote eindrucksvoll im Konzert der besten Triathleten zurückgemeldet. Der Mixed-Relay-Olympiasieger von Paris 2024 lieferte sich in Costa Teguise ein herausragendes Laufduell mit David Cantero del Campo um den Sieg, musste dem Spanier am Ende aber den Vortritt lassen.
Hellwig beendete die Sprintdistanz an der Playa de las Cucharas als Zweiter nach 54:48 min– und damit nur drei Sekunden hinter Cantero del Campo. Das Podium hatte sich der in Saarbrücken trainierende Athlet zuvor jedoch hart verdienen müssen. Denn Hellwig kam mit rund 30 Sekunden Rückstand aus dem Wasser und musste sich auf dem welligen Kurs und im starken Wind erst wieder an die Spitzengruppe herankämpfen.
„Man vergisst, wie hart es ist“
„Man vergisst wirklich, wie hart es ist, wenn man so lange raus ist. Ich habe das beim Radfahren gemerkt. Aber ich hätte mir kein schöneres Comeback ausmalen können“, sagte Hellwig, der auf der fünf Kilometer langen Laufrunde zeigte, dass die Vorbereitung mit dem Elitekader in Namibia gefruchtet hat.
Auf der letzten Runde lieferte sich der 26-Jährige ein packendes Duell mit dem späteren Sieger, bei dem es vor allem auf den letzten Metern hin und her ging. „Ich habe mich am Ende zunächst ein wenig zurückgehalten, weil ich wusste, dass er bergab stark ist. Ich wollte etwas Kraft für den Zielsprint aufheben. Ich habe dann versucht, ihn zu kontern, aber er hatte im Zielsprint etwas mehr im Tank. Trotzdem bin ich glücklich, wieder zurück zu sein.“
Jaspar Ortfeld und Jonas Osterholt, die neben Hellwig ebenfalls am Start waren, belegten die Ränge 33 (56:26) beziehungsweise 38 (57:14).










