
Radsturz stoppt Henry Graf
Henry Graf war bei starkem Regen auf dem Rad der aktivste Fahrer. Gleich nach dem ersten Wechsel hatte er eine Soloflucht lanciert, die allerdings von der Gruppe um Topfavorit Matt Hauser gekontert wurde. Auf der Schlussrunde versuchte es der Darmstädter erneut. Allerdings wurde sein Risiko nicht belohnt. An der 180 Grad-Wende am Gänsemarkt rutschte er auf dem regennassen Asphalt weg und kam zu Fall. Aus dem kleinen Vorsprung wurde so ein kleiner Rückstand.
So konnte Graf beim Laufen nicht mehr in der Vergabe der Podiumsplätze mit eingreifen. Matthew verwies mit der besten Laufzeit des Tages (13:50 min) den Portugiesen Vasco Vilaca (50:14) und den Italiener Alessio Crociani (50:36) auf den Ränge zwei und drei und wiederholte seinen Vorjahreserfolg
„Das Rennen hat richtig Spaß gemacht heute. Und fünfter Platz – da bin ich auch super happy mit. Aber es ist klar, dass, wenn man das Podium die ganze Zeit so vor sich rumlaufen sieht, man sich dann irgendwie noch wünscht, nochmal ranzukommen, aber es ist trotzdem ein super Ergebnis für mich“, sagte Graf nach dem Schlussakkord über die Poststraße zum Rathausmarkt, den er trotz Missgeschicks auf der Radstrecke spannend gestalten konnte.
„Da ist man so im Rennmodus, da denkt man keine Sekunde nach und versucht raufzuspringen. Man hofft, dass die Kette nicht runter ist, um wieder ranzukommen. Das hat auch ganz gut geklappt – aber wahrscheinlich trotzdem ein paar Körner gekostet.“
Neben dem Hessen, der als bester Deutscher für die morgige Staffel (Start 13:50 Uhr, live ab 14:05 Uhr in der ARD) gesetzt ist, wird Lasse Nygaard Priester ebenfalls für das schwarz-rot-goldene Mixed-Quartett auf WM-Titeljagd gehen. Der 29-Jährige sorgte mit Platz 24 (51:50 Minuten) für das zweitbeste Ergebnis aus deutscher Sicht.
Eric Diener belegte Rang 28 (51:57), Valentin Wernz wurde 40. (53:01) und Mixed-Relay-Olympiasieger Lasse Lührs kam bei seinem WTCS-Comeback auf Platz 44 (54:00) ins Ziel.
Die Entscheidung bei den Frauen: Tertsch zündet beim Schwimmen den Turbo
„Ich habe mir natürlich ein besseres Ergebnis erhofft, mich aber auch mehr auf das Schwimmen und Radfahren fokussiert und bin froh, dass sich das ausgezahlt hat, weil ich ganz lange vorne das Rennen mitbestimmt habe“, sagte Tertsch. die als Zweite hinter der Italienerin Bianca Seregni aus der Alster stieg und sich anschließend bei mittlerweile weitgehend abgetrockneten Straßen sofort an einer Soloflucht versuchte.
Angesprochen auf ihre mehr als eine Runde andauernde Alleinfahrt auf dem Rad, schob Tertsch nach: „Ich wollte mutig sein und mal etwas Neues ausprobieren. Dafür habe ich die letzten Monate viel investiert und hart gearbeitet. Das hat geklappt und macht mich stolz. Dass ich von hinten kommen kann, das weiß ich. Das habe ich jahrelang so gemacht. Ich habe zwar hinten raus gemerkt, dass ich viel investiert habe, aber es ist einfach ein Lernprozess.“
Der Sieg ging an Leonie Periault (FRA; 56:25), die ihre Landsfrau und Olympiasiegerin Cassandre Beaugrand auf Rang zwei verwies (56:29). Die Britin Beth Potter komplettierte das Podium als Dritte (56:32) und übernahm mit 2.360,05 Punkten die WM-Führung von Tertsch (2.282.82), die nunmehr Dritte hinter der Tagesschnellsten Periault (2.325,68) ist.
Mixed-Relay WM-Entscheidung: Olympiasiegerin führt das DTU-Quartett an
Tanja Neubert verpasste als Elfte die Top-Ten zwar knapp (57:00), bildet aber als Zweitschnellste des deutschen Frauen-Teams morgen zusammen mit Lisa Tertsch, Henry Graf und Lasse Nygaard Priester die deutsche Mixed-Staffel, die als Titelverteidiger ins Rennen um die WM-Medaillen geht.
Tertsch sagte zum Quartett: „Ich bin die Einzige aus der Goldstaffel, aber ich denke, dass wir in Deutschland noch viele andere starke Männer und Frauen haben. Von daher sind unsere Chancen nicht schlecht.“
Nina Eim wurde 12. (57:02), Julia Bröcker überraschte bei ihrer WTCS-Premiere als 15. (57:11). Franka Rust kam als 23. ins Ziel (57:25), Annika Koch als 29. (57:37) und Selina Klamt als 50. (1:00:01).



























