
Tertsch war als Viertplatzierte der Gesamtwertung in das Grand Final gestartet. Die drei vor ihr Platzierten erwischten allesamt keinen guten Tag. So beendete die Führende Britin Beth Potter das Rennen nur auf Rang 16 und fiel in der Gesamtwertung auf Rang drei hinter Leonie Periault zurück, die das Finalrennen auf Rang vier beendet hatte. Noch schlimmer erwischte es die Olympiasiegerin Cassandre Beaugrand (FRA) und die frischgekürte Supertri-Siegerin Jeanne Lehair (LUX), die auf den Rängen zwei und drei ins WM-Finale gingen. Beaugrand musste das Rennen aufgeben und fiel auf Gesamtrang sieben zurück. Lehair wurde 21. und platzierte sich damit im WM-Gesamtklassement auf dem sechsten Platz.
So lief das Rennen in Wollongong
Tertsch hielt beim Schwimmen Anschluss an die Führungsgruppe, kam als Dritte aus dem Wasser und blieb auch auf der Radstrecke in der sechsköpfigen Spitzengruppe aufmerksam, als die Französin Emma Lombardi einen Ausreißversuch startete. Schon hier wurde deutlich, dass die 26-jährige Darmstädterin entschlossen war, ihre Außenseiterchance auf den großen Wurf zu nutzen.
Die Entscheidung um die WM-Krone fiel dann auf der Laufstrecke. Weder Cassandre Beaugrand (FRA) und Beth Potter (GBR), die beide vor dem Rennen punktgleich die WM-Serie angeführt hatten und nicht besser als Rang fünf abschneiden durften, konnten das hohe Tempo auf dem anspruchsvollen Kurs mitgehen. Nachdem zunächst die französische Titelverteidigerin und Olympiasiegerin von Paris 2024 überraschend ausgestiegen war, ließ auch die Britin abreißen.
„Ich kann es gar nicht glauben“
„Ich kann es nicht gar nicht glauben. Damit habe ich nicht gerechnet. Ich bin absolut überwältigt“, sagte Tertsch nach ihrem Eintrag in die Geschichtsbücher. „Ich habe nicht davon geträumt, sondern mich all die Tage nur auf mich konzentriert und darauf, was ich beeinflussen kann. Natürlich wusste ich, was für Konstellationen möglich wären, aber dass sich das Rennen so entwickelt, hätte ich nie erwartet. Ich habe mitbekommen, was um mich herum passiert ist, aber versucht, ruhig zu bleiben und mein eigenes Rennen zu machen. Das war hart.“
Hart wie auch der Saisonverlauf insgesamt, der für die Deutsche Meisterin über die Sprintdistanz einige Höhen und Tiefen bereithielt. Nach dem Auftaktsieg in Abu Dhabi und Rang drei in Yokohama folgten durchwachsene Ergebnisse wie an der Côte d’Azur, ehe die Formkurve mit Platz drei in Karlsbad und dem zweiten Platz in Weihai wieder deutlich nach oben zeigte.
„Nach dem Rennen in Fréjus war ich down. Ich bin froh, dass ich nicht aufgegeben habe. Aber ich denke, wenn man jedes Rennen in der Saison bestreitet, kann man sich auch mal ein schlechtes erlauben“, so Tertsch abschließend.
Neubert wird Neunte
Neben der vielumjubelten Weltmeisterin Tertsch überzeugte mit Tanja Neubert eine weitere Deutsche beim Saisonfinale. Nach einem größeren Rückstand im Schwimmen zeigte die 25-Jährige eine starke Aufholjagd auf dem Rad, fuhr sich nahezu im Alleingang in die große Verfolgergruppe und kam dank einer nahezu identischen Laufzeit wie Tertsch als hervorragende Neunte ins Ziel (1:57:51). Damit sicherte sie sich Platz zehn im WM-Gesamtranking (2.612 Punkte).
Weniger Glück hatte Selina Klamt, die nach einem Sturz auf einer schnellen Abfahrt das Rennen vorzeitig beenden musste. Annika Koch, die sich zu Wochenbeginn eine Erkältung eingefangen hatte, verzichtete auf einen Start.





























