Abu Dhabi Triathlon: Siege an Van Lierde und Hauschildt

René Penno für tri2b.com am 02.03.2013 - 11:06 Uhr

© Abu Dhabi Int. Triathlon
Frederik van Lierde aus Belgien und die Australierin Melissa Hauschildt haben die vierte Auflage des Abu Dhabi International Triathlon gewonnen. Bei schwierigen Bedingungen mit viel Wind kamen der Spanier Eneko Llanos und der Aussie Tyler Butterfield auf die Plätze zwei und drei. Bester Deutscher war Per Bittner als Siebter. Rang zwei in der Frauenkonkurrenz ging an die Schweizerin Caroline Steffen vor Michelle Vesterby aus Dänemark.

Van Lierde machte es diesmal nicht so spannend wie vor zwei Jahren bei seinem ersten Erfolg in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Damals hatte er seinen Landsmann Marino Vanhoenacker in einem dramatischen Finale um 17 Sekunden auf Platz zwei verwiesen. In diesem Jahr aber war alles anders. Der starke Wind schien Frederik van Lierde in die Karten zu spielen. Zusammen mit Eneko Llanos, Tyler Butterfield, seinem Landsmann Bart Aernouts sowie dem südafrikanischen Crossspezialisten Conrad Stoltz bildete der Belgier eine Spitzengruppe auf dem Rad. Die wurde mit zunehmender Renndauer immer kleiner. Erst musste sich Aernouts dem Tempodiktat beugen, später fiel auch Stoltz zurück.

Im Schlussteil des 200 Kilometer langen Radsplits konnte sich Frederik van Lierde absetzen und einen Vorsprung von 24 Sekunden auf Eneko Llanos mit auf die abschließenden 20 Laufkilometer nehmen. Tyler Butterfield lag bereits über zwei Minuten zurück. Für Van Lierde war der Weg frei. Denn keiner konnte mehr kontern, auch nicht Eneko Llanos. Statt die anfangs noch überschaubare Lücke nach vorne zu schließen, büßte der Spanier schnell an Boden ein. Im Ziel hatte er vier Minuten Rückstand auf den Sieger.



Frühes Aus für Böchi und Macca

Während Per Bittner mit seinem siebten Rang einen gelungen Einstieg in die Saison feierte, lief es für Andreas Böcherer nicht nach Plan. Auf Tuchfühlung mit der Spitze kam für den Freiburger bald das vorzeitige Aus: heftige Krämpfe verhinderten das Weitermachen und eine angepeilte Topplatzierung. Früher Feierabend musste auch Chris McCormack machen: Der Australier stieg mit einem gebrochenen Finger zeitig vom Rad.

Krämpfe waren auch bei Nikki Butterfield der Grund für die Rennaufgabe. Langweilig wurde es aber nicht. Melissa Hauschildt, Caroline Steffen, Michele Vesterby und die Kanadierin Tenille Hoogland lieferten sich auf dem Rad einen packenden Kampf. Steffen wechselte als Erste vom Rad in die Laufschuhe und schien ihrem ersten Sieg in Abu Dhabi entgegen zu laufen. Da aber hatte sie die Rechnung ohne Hauschildt gemacht. Die Australierin fing Steffen noch ab, die Schweizerin wurde völlig erschöpft Zweite vor der letztjährigen Ironman Lanzarote-Siegerin Michelle Vesterby. Hinter Yvonne van Vlerken aus den Niederlanden belegte Diana Riesler als beste Deutsche Rang sechs.

Brownlee mit erfolgreichen Debüt

An seinem Sieg über die kurze Distanz von 1 Kilometer Schwimmen, 100 Kilometer Radfahren und 10 Kilometer Laufen hatte keiner gezweifelt: Alistair Brownlee wurde der Erwartungshaltung gerecht und siegte nach 3:20:18 Stunden vor dem Niederländer Cesar Beilo und Alexander Brukhankov aus Russland. Für Brownlee, der in den Emiraten einen Teil seiner Saisonvorbereitung absolvierte, war es aber ein schweres Stück Arbeit. „Das Radfahren war eine Herausforderung“, gab der Olympiasieger von 2012 zu. Er habe zunächst keine Idee gehabt, welches Tempo er für die 100 Kilometer anschlagen muss, so Brownlee. Bis zum zweiten Wechsel musste er auch Cesar Beilo die Spitze überlassen, um ihn dann aber beim Laufen förmlich zu überrennen. Über fünf Minuten nahm er Beilo noch ab und stellte gleichzeitig auch einen neuen Streckenrekord auf.

Im Rennen der Frauen gab es einen Heimsieg für die Vereinigten Emirate: Simon Marshall siegte nach 3:52:26 Stunden vor der Italienerin Edith Niedefriniger und Deirdre Casey aus Irland.