Ironman 70.3 Mallorca: Andreas Dreitz bester Rainman, Laura Philipp bestes Raingirl

von Harald Eggebrecht für tri2b.com | 07.05.2016 um 19:28
Andreas Dreitz lässt sich auf Mallorca weder von der Konkurrenz, noch vom Wetter aufhalten. Der Bayreuther gewann zum dritten Mal in Folge den Ironman 70.3 Mallorca und verwies bei seinem Sieg den Belgier Bart Aernouts und Thomas Steger aus Österreich auf die Plätze zwei und drei. Bei den Frauen feierte Laura Philipp den ersten Ironman 70.3-Sieg der Karriere. Die Schwäbisch Gmündnerin siegte überlegen vor der Olympiasiegerin Nicola Spirig Hug aus der Schweiz. Denkbar knapp verpasste hingegen die Frankfurterin Natascha Schmitt als Vierte den Sprung aufs Podium.

Bei schönem Wetter verwandelt die Morgensonne die Bucht von Alcudia in ein Urlaubsparadies  - türkiesblaues Meer, blauer Himmel, weißer Sandstrand und am Horizont ist der Blick frei auf die Ausläufer des Tramuntana Gebirges.

Heute war von alledem nichts zu sehen. Tiefe Regenwolken mit Dauerregen hingen seit der Nacht über Mallorca und sorgten für ein nasses Einheitsgrau. Beim Schwimmen sollte dies die 3.500 Starter noch am wenigsten beeinflussen.  Geschützt vom wärmenden Neoprenanzug wurden zuerst die Profimänner auf die Strecke geschickt.  Als erster war der Brasilianer Marcus Fernandes nach 23:01 min. wieder an Land. Innerhalb einer halben Minuten folgten ihm elf Athleten in die lange Wechselzone auf der Hauptstraße von Port de Alcudia, darunter der britische Mitfavorit Tim Don und auch Markus Fachbach. Andreas Dreitz kam mit der zweiten Gruppe an Land, mit einer guten Minute Rückstand zur Spitze.

 

 

Dreitz fährt vorsichtig, aber trotzdem schneller als die Konkurrenz

 

Als es auf dem Rad von Pollenca in Richtung Kloster Lluc ging, hatte sich Hendrik Hyldelund an die Spitze gesetzt. Wie schon vor 14 Tagen bei der Challenge Fuerteventura ging der Däne das Rennen aggressiv an. Allerdings folgten die ersten elf Verfolger, u.a. mit Titelverteidiger Dreitz, innerhalb nur einer Minute.  Auf dem Abstecher durch das Tramuntana Gebirge sollte auch diesmal der deutsche Titelverteidiger die Konkurrenz abhängen. Allerdings mit der nötigen Vorsicht. So fuhr der Bayreuther die 90 Radkilometer insgesamt sieben Minuten langsamer als bei seinem Vorjahressieg. Zum ersten Verfolger hatte sich auf dem Rückweg in Richtung Alcudia der Österreicher Thomas Steger aufgemacht.  Auf den letzten Kilometern verlor Steger dann allerdings wieder etwas an Boden, so dass Dreitz mit zwei Minuten Vorsprung vor dem Duo Steger und Hyldelund in die Laufschuhe wechseln konnte.  Als Fünfter, mit bereits schon fünf Minuten Rückstand, stellte mit dem Belgier Bart Aernouts der stärkste Läufer des Feldes sein Rad ab, dicht verfolgt vom Deutschen Johannes Moldan.

 

Aernouts läuft noch bis auf Rang zwei nach vorne

 

Auf dem Laufkurs entlang der Strandpromenade von Port de Alcudia lief Steger zunächst am schnellsten an und kam so bei der 10-Kilometermarke bis auf  eineinhalb Minuten an Dreitz heran. Dahinter hatte sich Aernouts erwartungsgemäß den deutlich schwächeren Läufer Hyldelund bereits geschnappt und machte zusammen mit dem Spanier Miguel Angel Fidalgo Jagd auf das Spitzenduo. Bald konnte auch der Spanier den schnelle Schritten von Aernouts nicht mehr folgen. Nach gut 18 Kilometern war Aernouts dann auch am sichtlich abbauenden Österreicher Steger dran und ebenso schnell vorbei.  Von allem unbeeindruckt lief Andreas Dreitz dem Ironman 70.3 Mallorca-Triple entgegen. Nach 4:04:14 Stunden war der historische Erfolg perfekt. Aernouts folgte mit zweieinhalb Minuten Rückstand auf Rang zwei, Thomas Steger büßte auf den Belgier noch über zwei Minuten ein, rettete aber Platz drei vor Fidalgo und Hyldelund ins Ziel. Markus Fachbach sorgte als Sechster für die zweite deutsche Top Ten-Platzierung.

Bei den Frauen sorgte beim Schwimmen Nicola Spirig Hug, trotz ihres gerade erst genesenen Handbruchs, für das Tempo an der Spitze. Die Olympiasiegerin von 2012 führte bei Schwimmausstieg eine fünfköpfige Gruppe an. Die zweite etwas auseinander gezogene Gruppe, mit Natascha Schmitt, Daniela Sämmler und Laura Philipp , kam mit eineinhalb bzw. zwei Minuten Rückstand zum Radwechsel.

 

Laura Philipp in Mallorcas Regen nicht zu stoppen

 

Spirig Hug ging auch das Radfahren schnell an und hatte, als es in Richtung der wolkenverhangenen Berge ging, die Konkurrenz schon fast eine Minute abgehängt.  Nur eine Athletin sollte die Schweizerin im Verlauf der Radstrecke noch zu sehen bekommen  - Laura Philipp. Die Schwäbisch Gmündnerin rollte das Feld von hinten auf, fuhr bis zu Spirig Hug auf und auch vorbei. Auf dem flachen Rückweg von Inca in Richtung Alcudia waren es zunächst knapp drei Minuten Vorsprung für Philipp, der sich bis ins Radziel sogar auf knapp vier Minuten aufsummieren sollte. Hinter Spirig Hug wechselte Natascha Schmitt auf Rang drei mit sechseinhalb Minuten in die Laufschuhe, die nächsten Verfolgerinnen, Mirjam Weerd und Sofie Goos, folgten erst nach über acht Minuten.

Auf der Laufstrecke blieben die Abständ lange konstant. Spirig Hug konnte nur geringfügig Boden auf die Leaderin Philipp gutmachen und auch Schmitt hielt auf Rang drei lange die Konkurrenz auf Distanz. Als es auf die letzte  der zweieinhalb Laufrunden ging, betrug der Vorsprung von Philipp immer noch drei Minuten. Daran sollte sich auch bis ins Ziel nichts mehr ändern. Laura Philipp (Siegerzeit 4:32:38 Std.) feierte im Regen von Mallorca ihren ersten Ironman 70.3-Sieg der Karriere. Nicola Spirig Hug wurde zwei Monate nach ihrem schweren Radsturz in Abu Dhabi Zweite.  Im Kampf um Rang drei musste Natascha Schmitt im Zielsprint am Ende doch noch klein begeben und die Britin Emma Pallant vorbei ziehen lassen. Astrid Stienen lief wie schon in der Vorwoche in Aix en Provence als starke Fünfte ein.

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