Ironman 70.3 Mallorca: Brite McNamee entthront Dreitz, Philipp gewinnt erneut

von Harald Eggebrecht für tri2b.com | 13.05.2017 um 12:55
Die Siegesserie von Andreas Dreitz beim Ironman 70.3 Mallorca ist beendet. David McNamee aus Großbritannien siegte in Port d´Alcúdia in 3:56:49 Stunden mit einer Minute Vorsprung vor dem Deutschen (3:57:50), der in den vergangenen drei Jahren das Rennen im Nordosten der Baleareninsel dominiert hatte. Rang drei ging an den Spanier Miquel Blanquart Tinto (4:04:30). Laura Philipp aus Schwäbisch-Gmünd durfte sich nach 4:21:41 Stunden über die geglückte Titelverteidigung freuen. Die Britin Emma Palant wurde Zweite, Platz drei sicherte sich Amelia Watkinson aus Neuseeland.

Mit strahlend blauem Himmel wurden die insgesamt 3.600 Teilnehmer der siebten Auflage des Ironman 70.3 Mallorca am Strand von Port d´Alcúdia am Morgen empfangen. Ideale Bedingungen für den Schwimmauftakt über die 1,9 Kilometer. Als Schnellster brachte der Schwede Jesper Svensson die erste Disziplin des Tages hinter sich, knapp vor dem Spanier Carlos Lopez Diaz, Pieter Heemeryck aus Belgien und dem britischen Mitfavoriten David McNamee.  Andi Dreitz kam mit der zweiten Gruppe, mit  1:47 Minuten Rückstand  auf die Spitze, aus dem Wasser.

Als in Pollenca nach gut 15 der 90 zu fahrenden Radkilometer in Richtung  Tramuntana Gebirge abgebogen wurde, hatte sich McNamee zusammen mit Heemeryck au die Spitze gesetzt. Der drittplatzierte Brite Will Clarke fuhr eine Minute später in die nun bald leicht ansteigende Straße ein. Auf Rang vier, allerdings noch mit nahezu unverändertem Zeitrückstand, lag bereits schon Andi Dreitz.

Auf dem Aufstieg in Richtung Kloster Lluc und der dann folgenden rasanten Abfahrt von der Tankstelle in Richtung Caimari wendete der Titelverteidiger, der in der Vorwoche seinen Start bei der Challenge Lissabon noch wegen eines Magen-Darm-Infekts absagen musste,  dann das Blatt. Bei der Zeitmessung nach 55 Kilometern  bei Campanet hatte Dreitz seinen Rückstand in einen zweiminütigen Vorsprung auf McNamee und deren drei auf den nun schwächelnden Heemeryck umgewandelt.  Auf dem flachen Rückweg in Richtung Alcúdia konnte dann McNamee seinen Rückstand zum deutschen "Überbiker" auf knapp eineinhalb Minuten verkürzen. Als Dritter, aber bereits mit sieben Minuten Rückstand, durfte Will Clarke sein Rad in der Wechselzone abstellen. In den Top Ten ging es auch für die Deutschen Markus Fachbach, Robin Schneider und Tobias Drachler in den abschließenden Halbmarathon.

 

Radvorsprung von Dreitz reicht nicht aus

 

Schon die ersten Laukilometer ließen vermuten, dass der Vorsprung von Dreitz auf McNamee wohl zu gering sein wird. McNamee, der immer wieder mit Laufbestzeiten glänzt, machte Sekunde um Sekunde gut.  Nach der Hälfte des Halbmarathons war dann für Dreitz der Traum vom vierten Erfolg in Serie ausgeträumt, McNamee schloss zum Bayreuther auf und war ebenso schnell vorbei.  Richtig sicher sein konnte sich aber auch der Brite noch nicht. Dreitz versuchte nun alles den Vorsprung nicht zu groß werden zu lassen, am Ende aber ohne Erfolg. McNamee siegte in 3:56:49 Stunden mit einer Minute Vorsprung vor Dreitz (3:57:50).  Über sechs Minuten dauerte es bis die Zuschauer für den Tagesdritten Beifall klatschen durften. Dieser fiel für den Spanier Miquel Blanquart Tinto (4:04:30) vor heimischem Publikum dann auch entsprechend stark aus. Zweitbester Deutscher war Markus Fachbach auf Rang sechs. Der Kölner Tobias Drachler wurde Achter. 

Dem Frauenrennen drückte beim Schwimmen zunächst Lisa Norden den Stempel auf. Die Schwedin, 2012 Silbermedaillen-Gewinnerin bei den Olympischen Spielen in London, kam als Führende mit einer halben Minute Vorsprung auf ihre Landsfrau Annie Thorén aus der Badia d´Alcúdia. Bereits auf Rang drei - in einer fünfköpfigen Verfolgergruppe, rannte Laura Philipp zu ihrer Zeitfahrmaschine.

 

Philipp fährt in den Bergen allen davon

 

An dieser Reihenfolge sollte sich schon auf den ersten Radkilometern entscheidendes ändern. Lisa Norden kam an der ersten Zeitmessung bei Kilometer 15 erst mit über elf Minuten Rückstand durch. Den Grund des großen Rückstands konnte allerdings auch die Spotter des Veranstalter-Livetickers nicht ausfindig machen.  An der Spitze fuhr nun eine Vierergruppe mit Philipp, Thorén, der Neuseeländerin Amelia Watkinson und der Britin Emma Palant in den langen Anstieg in Richtung Kloster Lluc. Auch Philipp nutzte die Passage durchs Tramuntana Gebirge zur Attacke. Nach 55 Kilometern hatte die Profiathletin aus Schwäbisch-Gmünd  zwei Minuten Vorsprung auf Watkinson heraus gefahren.  Philipp gab nun weiter mächtig Druck auf die Pedale und konnte so mit dreieinhalb Minuten vor der Neuseeländerin in die Laufschuhe wechseln. Palant folgte mit über sieben Minuten Abstand auf die drei Laufrunden in Port d´Alcúdia.

Im Halbmarathon durfte sich Philipp diesmal schon fast entspannt gefühlt haben, lag ihr doch im Vorjahr beim Premierenerfolg noch die Olympiasiegerin Nicola Spirig im Nacken. Watkinson kam nicht näher, im Gegenteil. Ihre Teamkollegin im BMC Etixx Triathlon Team, Emma Palant, schloss die Lücke und  setzt sich auf Rang zwei. An der Spitze durfte Laura Philipp (4:21:41) ihren Zieleinlauf zur geglückten Titelverteidigung genießen. Emma Palant, im Vorjahr Dritte, folgte auf Rang zwei (4:26:51), Amelia Watkinson (4:33:03) wurde Dritte. In die Profi-Top Ten ging es noch für drei weitere deutsche Athletinnen. Die Frankfurterin Jenny Schulz wurde Fünfte, Lena Berlinger aus Mengen folgte als Sechste und die Weselerin Mareen Hufe finishte auf Rang acht (10. im Gesamteinlauf).

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