Ironman 70.3 WM 2017: Ryf zum dritten Mal Weltmeisterin, Laura Philipp gewinnt Bronze

von Harald Eggebrecht für tri2b.com | 09.09.2017 um 18:45
Daniela Ryf hat die Ironman 70.3 World Championship 2017 in Chattanooga im US-Bundesstaat Tennessee gewonnen. Die Schweizerin siegte in 4:11:49 Stunden nach 1,9 km Schwimmen, 90 km Radfahren und 21,1 km Laufen überlegen vor der Britin Emma Pallant (4:18:36) und ist mit drei Ironman 70.3 WM-Titeln nun die alleinige Rekordsiegerin der seit 2006 ausgetragen Meisterschaft. Gut eine Minute hinter Pallant schlug Laura Philipp im Zielkanal die Hände ungläubig vor das Gesicht. Die Profitriathletin aus Heidelberg feierte nach einem starken Auftritt mit Rang drei in 4:19:40 Std. den größten Erfolg der Karriere.

Das Schwimmen im Tennessee River dominierte die US-Amerikanerin Lauren Brandon, die nach 25:33 Minuten wieder festen Boden unter den Füßen hatte. Knapp dahinter folgten ihr ihre Landsfrauen Haley Chura und Sarah True in die Wechselzone. Mit einer knappen Minute Rückstand folgte eine Fünfergruppe, angeführt von US-Girl Jennifer Spieldenner. An ihren Füßen hängten Topfavoritin Daniela Ryf, die Dänin Helle Frederiksen Alicia Kaye aus den USA und die Australierin Annabel Luxford.  Die britische Titelverteidigerin Holly Lawrence wechselte knapp zwei Minuten hinter Leaderin Brandon auf die Radstrecke. Etwas über vier Minuten Rückstand musste Laura Philipp hinnehmen, die von Position 27 ihre Aufholjagd begann.

 

Titelverteidigerin Holly Lawrence gibt entkräftet auf

 

Kaum auf dem Rad, ergriff auch schon Daniela Ryf die Initiative. Bereits im Anstieg, der nach gut fünf Kilometern der Radstrecke begann, schloss die Schweizerin die Lücke zur Spitze und fuhr von nun an ein einsames Rennen. Es waren noch keine 40 Kilometer gefahren, da hatte die amtierende Hawaii-Siegerin dreieinhalb Minuten Vorsprung auf ihre Verfolgerinnen heraus geholt. Angeführt wurden Ryfs Jägerinnen zu diesem  Zeitpunkt von Holly Lawrence, die wenig später schulterzuckend am Straßenrad  neben ihrer Zeitfahrmaschine saß. "Meine Beine fühlten sich heute einfach nur tot an", so der Kommentar von Lawrence zu ihrem Rennausstieg gegenüber den Livereportern. 

Während Ryf ihren Vorsprung nun kontinuierlich bis auf fast neun Minuten bis ins Radziel ausbaute, schob sich dahinter das Feld der Verfolgerinnen immer weiter zusammen. Insbesondere ein Quartett mit der Kanadierin Heather Wurtele, der Britin Emma Pallant, Lisa Hütthaler aus Österreich und Laura Philipp schob sich immer näher an die erste Verfolgergruppe heran. Als es auf die letzten gut 15 Radkilometer ging lagen die insgesamt zehn Verfolgerinnen innerhalb von nur 30 Sekunden zusammen. 

 

Laura Philipp wechselt an Position zwei in den Halbmarathon 

 

Laura Philipp führte die Gruppe in und aus der zweiten Wechselzone, mit der Britin Emma Pallant an ihren Fersen. Die Athletin des belgischen Etixx BMC Triathlon Teams setzte sich dann schnell vor Philipp an die zweite Position und machte auch etwas Zeit auf Ryf gut. Pallant, die zuletzt ihre Speed-Qualitäten mit dem Sieg bei der ITU Aquathlon WM und Rang drei bei der Kurzduathlon WM im kanadischen Penticton unter Beweis stellte, verkürzte nun weiter den Abstand zu Ryf. Richtig gefährden konnte 28-Jährige Britin den dritten Ironman 70.3-WM-Sieg von Ryf nach 2014 und 2015 nicht mehr.  Ryf sprach trotz des überlegenen Siegs mit sechseinhalb Minuten Vorsprung von einem nicht ganz optimalen Rennen. "Es war heute nicht alles perfekt. Ich habe schon sehr früh auf dem Rad meine Eigenverpflegung verloren", so die frisch gekürte Ironman 70.3-Weltmeisterin im Zielinterview.  

Dahinter biss sich Philipp regelrecht auf Rang drei fest. Zunächst saß der Athletin des Teams Erdinger Alkoholfrei vor allem Helle Frederiksen im Nacken. In der zweiten Hälfte des Halbmarathons wurden die Schritte der Dänin dann allerdings kürzer und Sarah True schob sich auf Rang vier nach vorne. Philipp hielt auch die US-Amerikanerin auf den letzten Kilometern gekonnt auf Distanz und lief so zu Rang drei bei der Ironman 70.3 WM und damit zum größten Erfolg ihrer bisherigen Karriere. Sarah True wurde Vierte, Helle Frederiksen Fünfte. Astrid Stienen, die zweite Deutsche im Elitefeld, kam auf Rang 19 ins Ziel. 

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