Ironman Hawaii: Sebastian Kienle gewinnt, Jan Frodeno wird Dritter

von René Penno für tri2b.com | 12.10.2014 um 08:50
Sebastian Kienle hat den Ironman Hawaii 2014 gewonnen. Nach 8:14:18 Stunden trug sich der 30 Jahre alte Triathlet aus Mühlacker als vierter Deutscher in die Siegerliste des wichtigsten Ironman-Rennens ein. Zweiter wurde Ben Hoffman vor Jan Frodeno, der unterwegs Pech hatte und dann eine Aufholjagd startete. Nils Frommhold komplettierte das deutsche Ergebnis als Sechster.

Es wird wieder deutsch gesprochen auf dem Podium in Kona. Nach Thomas Hellriegel im Jahr 1997, Normann Stadler 2004 und 2006 sowie Faris Al-Sultan 2005 ist Sebastian Kienle der vierte deutsche Sieger beim Ironman Hawaii. Nach seinem Sieg beim Ironman in Frankfurt hat er seine Erfolgsliste nun komplettiert. Nach einem Tag, der nahezu perfekt lief.

Dreieinhalb Minuten Rückstand hatte Kienle nach dem Schwimmen auf Andy Potts, der sich die erste Zwischenprämie knapp vor Jan Frodeno sicherte. Dann begann die Aufholjagd des Vorjahresdritten. Nach 70 Kilometern war er auf Platz zwei hinter Andrew Starykowicz, zehn Kilometer später war Kienle in Führung. Es lief alles nach Plan, auch der starke Wind konnte ihn nicht aufhalten. Als er Maik Twelsiek an der Spitze ablöste, gab es einen kurzen Blickkontakt, ein paar Worte wurden gewechselt, dann drückte Kienle drauf. Twelsiek hielt den Abstand lange bei ein paar Sekunden, übernahm nach der Wende in Hawi sogar kurz nochmals die Spitze, musste Kienle dann langsam ziehen lassen.

Nur für wenige, kurze, Momente verließ Sebastian Kienle bei seiner Fahrt durch die Lavafelder die Aeroposition, konzentriert steuerte er den zweiten Wechsel an. Dort kam er nach 4:20:46 Stunden an, 3:15 Minuten vor Twelsiek, 4:54 Minuten vor Marino Vanhoenacker und 8:11 Minuten vor dem Vorjahressieger Frederik van Lierde. Und gleich auf den ersten Marathonkilometern machte Kienle Tempo, baute den Vorsprung weiter aus - an seinem Sieg zweifelte kaum noch jemand, obwohl noch über 30 Kilometer zu laufen waren. Erst auf den letzten 500 Meter wich die Anspannung, Kienle klatschte die ersten Zuschauer ab, die letzten Meter genoss er mit der Deutschland-Fahne in der Hand.

Hinter Kienle gab es einige Überraschungen: Ben Hoffman, den kaum jemand auf der Rechnung hatte, wurde Zweiter vor Hawaii-Rookie Jan Frodeno. Der Olympiasieger von 2008 musste nach 50 Kilometern wegen eines Reifenschadens die große Spitzengruppe ziehen lassen. Der Schaden war schnell behoben und Frodeno wieder zurück, eine vierminütige Zeitstrafe raubte ihm vorläufig die Chance, mit den Besten mitzuhalten. Erst 12:43 Minuten nach Kienle stellte er gemeinsam mit Andreas Raelert sein Rad wieder ab, jetzt lief alles für Frodeno. Ausgerechnet im Energy Lab, jener gefürchteten Passage, machte er gleich drei Plätze gut und machte sich kurz hinter Frederik van Lierde auf den Rückweg nach Kona. Van Lierde hatte Probleme, musste Gehpausen einlegen und wurde am Ende Achter. Für Frodeno ging es immer weiter nach vorn. Am Ende stand Platz drei vor Andy Potts und dem Franzosen Cyril Viennot, dahinter folgte Nils Frommhold bei seiner Hawaii-Premiere als dritter Deutscher, Maik Twelsiek fehlten 50 Sekunden zum zehnten Platz, der gebürtige Lemgoer wurde Elfter. Boris Stein beendete das Rennen auf Rang 20, nachdem es beim Schwimmen und beim Radfahren nicht nach Wunsch lief. Andreas Raelert, zwischendurch bis auf Rang sechs vorgelaufen mit Aussichten aufs Podium, bekam Magenprobleme, musste immer wieder Gehpausen einlegen und hatte mit dem Ausgang des Rennens nichts mehr zu tun.

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